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NWZonline.de Gartenzeit

Vitaminbomben im Winter

13.10.2018

Die Wildfrüchte verdanken ihre Wertschätzung dem hohen Gehalt an Vitamin C, der 20-mal so hoch ist wie der von Zitronen. In Regionen mit langer sonnenloser Zeit, wie in manchen Gegenden Skandinaviens, ist die Bedeutung dieser Beeren als Vorbeugung gegen Skorbut schon seit Langem bekannt, und Sanddornsoßen sind in Finnland sogar zu Fleisch- und Fischspeisen bekannt.

Zweige einfrieren

Da das Pflücken der etwa acht Millimeter großen leuchtend orangen Beeren wegen der mit spitzen Dornen besetzten Wildsträucher kein Vergnügen war, ist die Verbreitung dieser Wildfrüchte in Gärten gering gewesen. Mit der Entwicklung neuer Sorten, die nur wenig Dornen, dafür aber umso mehr Früchte aufweisen und zum anderen kompakt wachsen, ist ein Anbau wieder empfehlenswert geworden.

Da die abgetragenen zwei- bis dreijährigen Seitenzweige bei der Erziehung zu einem kompakten Strauch normalerweise im Winter eingekürzt werden, bietet es sich zur Erntezeit an, die mit Früchten überreich besetzten Zweige abzuschneiden und in einem Folienbeutel einzufrieren. Die gefrorenen Beeren lassen sich dann leicht von den Zweigen schütteln. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass die Beeren nach einer Frosteinwirkung süßer schmecken und somit noch veredelt werden. An Hauptästen reifende Früchte schneidet man einfach mit der Schere ab. Sie sitzen meist so fest, dass die Fruchthaut beim Pflücken aufreißt und der Saft herausläuft.

Aus den Beeren wird in der Regel mithilfe eines Dampfentsafters Sanddornsaft gewonnen, der trotz der Erhitzung seinen hohen Vitamingehalt behält und auch als Marmelade und Gelee zubereitet werden kann. Sanddornmark erhält man, indem die Früchte mit etwas Wasser gekocht und nach dem Platzen der Beeren durch ein Haarsieb gestrichen werden.

Mit der Anpflanzung nur eines Sanddornstrauches im Garten ist es aber nicht getan, da die Pflanzen getrenntgeschlechtlich sind. Um Früchte zu ernten, benötigt man eine männliche Pflanze, die für bis zu zehn weibliche Pflanzen zur Bestäubung reicht. Da Sanddorn zu den Windbestäubern gehört, ist bei der Pflanzung auf eine günstige Windrichtung zu achten.

Als empfehlenswerte weibliche großbeerige, ertragreiche sowie vitaminstarke Fruchtsorten lassen sich „Leikora“, „Hergo“ und „Frugana“ und als männliche Sorte „Pollmix“ nennen.

Staunässe vermeiden

Sanddorn, der natürlicherweise als Pionierpflanze in Alpentälern oder am Meer vorkommt, benötigt im Garten keinen besonderen Boden. Er verträgt Wind, Hitze und Trockenheit und liebt die pralle Sonne, nur Bodenverdichtung und Staunässe behagt ihm nicht. Die Pflanzen lassen sich gut in Sichtschutz- und Vogelschutzhecken integrieren, und die Früchte sind natürlich auch bei Vögeln beliebt. Sie erscheinen erstmalig nach zwei bis drei Jahren und reifen je nach Sorte von Ende August bis Anfang Oktober.

Mit der Ernte sollte man nicht zu lange warten, da sie sonst ausbleichen, ihre Inhaltsstoffe zersetzt werden und sie zudem anfangen, ranzig zu schmecken.

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