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Klostergarten Auf historischem Boden wandeln

Swantje Sagcob

Schortens - Klostergärten haben eine lange Tradition und wurden im Mittelalter als Nutzgarten angelegt. Bei der Entwicklung der Pflanzen- und Heilmittelkunde spielten sie eine große Rolle und sind häufig mit dem Namen Hildegard von Bingen eng verbunden. Das Thema Gesundheit und Ernährung nimmt auch im Klostergarten Schortens einen wichtigen Raum ein. Der etwa 2500 qm große Schaugarten inmitten des fünf Hektar großen Klosterparks im Ortsteil Oestringfelde ist öffentlich zugänglich.

Wer vom Klosterweg in Schortens abbiegt und die Allee zum RUZ am Ginsterweg 10 hochfährt, an dessen Ende sich Parkmöglichkeiten bieten, begibt sich in eine wunderschöne Idylle und betritt zugleich sehr geschichtsträchtigen Boden. Zwar existiert hier kein Kloster mehr, aber ein Klostergarten, der 1995 nach den Plänen von Hartmut Müller-Mangels im Stile eines Bauerngartens mit Kreuzgang angelegt wurde. Die typische Buchsbaumbegrenzung wurde inzwischen durch robuste Eibenpflanzen ersetzt, Torbögen, umgeben von Ramblerrosen laden ein, die vier Mischkultur-Beete zu entdecken: besondere Gemüsesorten wie die Kartoffel Blauer Schwede finden sich hier ebenso wie einjährige Blumen oder auch typische Beeren. Überhaupt spielen Küchengemüse und vor allem Kräuter eine große Rolle in dem ökologisch-historischen Garten. Die Kräuterspirale darf hier ebenso wenig fehlen wie der Küchengarten mit Kohl über Schnittlauch bis zum Rhabarber. Gerade hier trägt der Klostergarten die Handschrift des Gärtners Erich Janssen, der sich seit 2012 dank Unterstützung der Stadt Schortens um die Gesamtpflege kümmert.

Gesundheitsgarten mit besonderen Kräutern

Dazu gehört seit 2013 auch ein spezieller „Gesundheitsgarten“. Hier finden sich um ein lebensgroßes Körpermosaik angeordnet jeweils spezielle Pflanzenbeete für die Bereiche Immunsystem, Haut und Knochen, Nerven und Gehirn, Lunge und Atemwege, Magen und Darm sowie Herz und Kreislauf, außerdem Frauenkräuter. Diese besondere Anlage wird auch von regionalen Kräuterfachleuten für Exkursionen genutzt.

Ein Ausflug lohnt sich allemal, denn der Klostergarten ist für die breite Öffentlichkeit zugänglich und bietet mit Streuobstwiese, hochgelegtem Duftgarten, Trockenmauern und einem Bienengarten mit Insektenhotel viel zu entdecken. Eine gemütliche Sitzecke lädt nicht nur zum Ausruhen und Picknicken ein – hier ist in einem Gästebuch auch die Geschichte des Klostergartens nachzulesen.

„Die schönste Zeit ist im Juni – auch zu den Tagen der offenen Gärten, an denen sich in der Vergangenheit weitere 15 bis 20 Gärten aus der Region beteiligten“, erklärt Ina Rosemeyer. Die Diplom-Ingenieurin aus Berlin leitet das RUZ, das 1993 in das Gutshaus einzog, seit drei Jahren. „Viele nutzen diese stille Idylle für eine entspannte Mittagspause“, beobachtet Rosemeyer. Auch Eltern und Großeltern mit Kindern freuten sich über die grüne Oase mit Teichanlage, Bienenschaukasten und einem Infostand, der Wissenswertes zu den ausgezeichneten Pflanzen und Tieren des Jahres 2020 vermittelt. Viele Projekte in diesem ökologischen Schaugarten konnten mit Hilfe der Klosterpark-Freunde und dem Trägerverein umgesetzt werden. So wurde ein historischer, mittlerweile trocken gelegter Brunnen von 1839 erhalten. Zum 25-jährigen Bestehen 2018 entstand am Eingang ein großes Mosaik aus den 17 Nachhaltigkeitszielen. Derzeit sind Veranstaltungen noch fraglich, aber auch ohne Programm lohnt sich der Weg in und durch diesen Klostergarten der zugleich einen außerschulischen Lernort darstellt.

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