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NWZonline.de Gartenzeit

Serie: Handarbeit statt Stromfresser

26.06.2020

Wenn es um die Energiebilanz geht, steht ein Garten im Prinzip erst einmal ganz gut da. Er ist ein Naherholungsgebiet ohne weite Anreise, das im Idealfall frische und gesunde Nahrungsmittel liefert. „Beim Anbau von Gemüse, Kräuter oder Obst in eigenen Garten entfällt vieles, was für die Produktion von gekauften Produkten notwendig ist: riesige Gewächshäuser, mineralische Düngung und chemischer Pflanzenschutz sowie Transport, Kühlung und Wasserverbrauch“, sagt Sven Görlitz vom Verband Wohneigentum.

Mit seinen Grünpflanzen wandelt ein Garten zudem Kohldioxid in Sauerstoff um und filtert Schadstoffe aus der Luft. Erbsen, Bohnen, Lupinen und andere Leguminosen sind sogar in der Lage, mit Hilfe von Bakterien an den Wurzeln Stickstoff im Boden zu binden und damit den Boden zu düngen. „Organische Düngung mit eigenem Kompost und zusätzlich Stickstoff in Form von Gründüngung, Hornprodukten, Schafwolle oder Brennnesseljauche reicht im Hausgarten völlig aus. Das ist gut für das Bodenleben und spart energieaufwändig hergestellten Mineraldünger ein“, so Görlitz.

Stromlose Geräte nutzen

Doch was ist mit den Gerätschaften, die es braucht, um die grüne Oase auch zu einer solchen zu machen? Da gibt es Mähroboter und Rasenmäher, Laubbläser und elektrische Heckenschere, Wasser- und Teichpumpen, Häcksler und die Beleuchtung, die in den Abendstunden für Sicherheit oder einfach nur ein gemütliches Ambiente sorgt.

„Nicht alles davon ist notwendig“, meint Görlitz, „viele Elektro- und Motorgeräte lassen sich gerade in einem kleinen Hobbygarten durch stromlose Alternativen ersetzen. Für kleinere Rasenflächen reicht zum Beispiel ein handbetriebener Spindelmäher völlig aus.“

Darüber hinaus gibt es auch Handgeräte zum manuellen Hacken im Beet sowie Sägen und Heckenscheren ohne Motor, Akku und Stromkabel. Und auch ein Laubbläser lässt sich durch Rechen und Schubkarre ersetzen. „Handgeräte sind nicht nur leiser, sondern meist auch effektiver und ökologischer“, sagt der Gartenberater mit Blick auf die Kleintiere, die vor allem bei Laubsaugern vernichtet werden, da diese das Material kleinhäckselten. Auch das Laub kann - mit Ausnahme des Rasens - auf den Pflanz- und Gemüseflächen verbleiben. „Falllaub ist ein guter Bodenschutz und bietet ein Überwinterquartier für viele Kleinlebewesen“, so Görlitz. „Der erste Schritt zu einem naturnahen Garten ist aber der, es mit der Ordnung und Sauberkeit nicht so genau zu nehmen.“

Beleuchtung und Sonnenlicht

Treppen und Wege sollten auch in einem Garten gut ausgeleuchtet sein, um Unfälle zu vermeiden. Görlitz empfiehlt, energiesparende LED als Leuchtmittel zu verwenden. „Die Strahler sollten nur nach unten auf die Flächen gerichtet sein und am besten mit einem Bewegungsmelder angehen und nach entsprechender Zeit wieder ausgehen“, so der Gartenexperte. „Ansonsten sollte der Garten nachts möglichst dunkel bleiben, um nachtaktive Insekten und andere Tiere nicht zu stören.“

Wer will, kann auch solarbetriebene Lampen installieren - solange auch sie mit einem Bewegungsmelder und einer Zeitschaltuhr ausgestattet sind. „Gerade der nächtliche Dauerbetrieb vieler dieser Lämpchen im Garten ist ein Problem für die Umwelt“, so Görlitz.

Sonnenlicht als Energiespender lässt sich auch in anderen Gartenbereichen einsetzen – zum Beispiel bei Teichpumpen. Gerade wenn kein Stromanschluss im grünen Paradies verfügbar ist, können diese Abhilfe leisten. „Allerdings sollten die Geräte qualitativ hochwertig und langlebig sein, sonst entsteht wieder viel Elektroschrott mit entsprechend schlechter Energiebilanz“, gibt der Gartenexperte zu bedenken.

Hochwertige Produkte

Abgesehen vom Stromverbrauch gibt es im Garten noch weitere Möglichkeiten, Energie zu sparen. Zum Beispiel, indem man Gartengeräte und Möbel nicht neu anschafft, sondern sie sich von anderen leiht oder Secondhand kauft. Görlitz empfiehlt dafür einen Blick in die lokalen Kleinanzeigen und Nachbarschaftsportale im Internet. „Örtliche Haus- und Gartenvereine besitzen oftmals professionelle Leihgeräte, die sie an ihre Mitglieder gegen eine geringe Gebühr verleihen. Und Geräte, die man selten braucht - wie Häcksler und Heckenschere - kann man sich in hochwertiger Qualität zusammen mit Nachbarn und Freunden anschaffen.“

Görlitz empfiehlt dabei, möglichst regional einzukaufen – und das nicht nur mit Blick auf den Handel, sondern auch auf die Herstellung. „Am besten ist es, Jungpflanzen, Gartenmöbel, Steine und Holzbeläge aus heimischer Produktion und Herkunft zu wählen“, so der Gartenberater. Sicherlich: Solche Anschaffungen sind oftmals nicht ganz günstig. Doch sie sparen aus seiner Sicht lange, energieaufwändige Transportwege und helfen, Arbeitsplätze in der Region zu sichern.

Überhaupt sollte bei einer Anschaffung nicht unbedingt der Preis, sondern die Qualität des Produktes entscheidend sein. „Jedes Gerät, das neu hergestellt wird, verbraucht Energie. Daher ist es ratsam, hochwertige Gartengeräte zu kaufen, die lange halten und sich bei Bedarf auseinandernehmen, warten und reparieren lassen“, empfiehlt Görlitz.

Dünger und Schutz aus dem eigenen Garten

Und auch die Ressourcen des eigenen Gartens zu nutzen, trägt letztlich dazu bei, Energie im Garten zu sparen. „Das Angebot für den Gartenbereich wird immer größer: Es gibt spezielle Mineraldünger für Rosen, Buchs und Tomate oder chemische Pflanzenschutzmittel, die mit viel Wasser und Energieaufwand produziert und transportiert werden, im Hobbygarten aber eigentlich nicht gebraucht werden“, meint Görlitz. Sein Tipp: organischer Dünger, am besten vom eigenen Kompost.

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Zudem lässt sich Unkraut von Hand jäten, mechanisch entfernen oder ausgraben. „Pflanzen kann man mit Barrieren wie Insektenschutznetzen und Schneckenzäunen vor Schädlingen schützen oder indem man Nützlinge mit einem entsprechenden Nist- und Nahrungsangebote in den Garten lockt“, so Görlitz.


     www.gartenberatung.de 
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