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NWZonline.de Gartenzeit

Klostergarten: Refugium der Stille hinter Taxushecken

08.05.2020

Sögel Das angeschlossene Kapuzinerkloster gehört zu einem barocken Jagdschloss, das Kurfürst Clemens August von Wittelsbach in den Jahren 1737-1747 durch seinen Münsteraner Architekten Konrad Schlaun auf dem Hümmling erbauen ließ. Zu der Kapelle, in der auch Trauungen möglich sind, gehört am Ende des Klostergartens die Gloriette, das rautenförmige Gartenhaus, in das sich der Kurfürst gelegentlich zurückzog.

Formschnitt im August

„Wo heute grüner Rasen wächst, war früher schwarzer Boden“, erklärt Oliver Fok, Museumsdirektor des Emslandmuseums Schloss Clemenswerth in Sögel, die Klosteranlage. Der Küchengarten mit Rabattengliederung und Sonnenuhr wurde 1739 angelegt und nach holländischem Muster mit einer wallartigen Taxushecke umgeben. Diese europäische Eibe ist eine besonders beliebte Konifere, die extrem langsam wächst. Sie wird einmal jährlich von einem Galabau-Betrieb in Form geschnitten. Früher eher kantig als Quadrat, Zylinder oder zinnenförmig gearbeitet, erscheint sie heute organisch weicher, zeigt sich aber von innen sehr knorrig, wie der Durchgang zur Gloriette und dem Obstgarten mit historischen Sorten beeindruckend offenbart.

Gemüse- und Kräuteranbau der Kapuzinerbrüder

Es existieren noch Fotos aus den 1920er-Jahren , die den Klostergarten als Nutzgarten mit Gemüse- und Kräuter-Anbau zeigt. Früher haben sich die Kapuziner hier selbst verpflegt. Heute deutet die typische Beeteinfassung, vor einem Jahr wurde der Buchsbaum gegen Eibe ausgetauscht, noch auf die vier Parzellen hin. Die beiden Kapuzinerbrüder, die im nördlichsten Kapuzinerkloster Deutschlands sich einem Leben in Bescheidenheit und Stille verschrieben haben, nutzen den Klostergarten höchstens noch zur Meditation – so wie schon einst der Kurfürst sich hier von der Jagd und dem Regieren erholte. Der katholische Männerorden, seit 1739 in Clemenswerth, ist auch heute noch für die Seelsorge im nördlichen Emsland tätig.

Zwei Säulen gehören zum Leben der Kapuzinerbrüder: die Kontemplation im Kloster und das Hinausgehen zu den Menschen. Dieser Grundsatz der „Vita mixta“, des gemischten Lebens, ist ein besonderer Wesenszug der Kapuziner, die als Reformbewegung aus den Franziskanern (nach Franz von Assisi) hervorgingen.

Idyllische Ruhe

„Noch bis in die 1970er-Jahre war der Klostergarten für Frauen gesperrt“, weiß Oliver Fok. Heute dürfen Besucher der imposanten Schlossanlage mit der einzigen noch erhaltenen Alleesternanlage weltweit nicht nur die 42 Hektar große Waldparkanlage zu Fuß erobern, auch der Klostergarten steht den Besuchern offen. Er ist in die Gesamtstruktur eingebunden. Acht Lindenalleen führen zum Mittelpunkt, dem Jagdschloss. Der Prunkbau ist umringt von acht Pavillons, darunter die Schlosskapelle mit Kapuzinerkloster und dem Klostergarten.

Die Gäste werden im Rahmen der obligatorischen Begleitung durch den Zentralpavillon anschließend in den Klostergarten gebracht. Sofern Sie nur in den Klostergarten möchten, können sie diesen gegen Gebühr von 1,- € mit einem Chip betreten.

Geöffnet ist das Emslandmuseum Schloss Clemenswerth wieder ab Dienstag, 12. Mai, bis Oktober jeweils von 10 bis 18 Uhr (Ruhetag Montag, außer an Feiertagen).


Mehr Infos: oder   www.clemenswerth.de  oder   www.kapuziner.de 
Swantje Sagcob Redakteurin / Sonderthemen Redaktion
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