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NWZonline.de Gartenzeit

Die Fuchsie bringt Farbe in schattige Ecken

28.06.2018

(dpa/tmn) - Sie ist ein Mädchentraum: Die Fuchsie trägt auffällige Kleider. Ihr Röckchen ist mal rot, mal intensiv pink, mal sanft rosa oder weiß.

Der Botaniker würde das natürlich noch mal spezifizieren: Die Kron- und Kelchblätter sind meistens unterschiedlich eingefärbt, und je nach Sorte ist die Kombination der Farben eine andere.

Diesen Farb-Flash gibt es dazu noch dort, wo wirklich auffällige Farben eher selten sind: "Der klassische Standort für die Fuchsien ist der Schatten und Halbschatten", sagt Beate Kollatz, Referentin für Zierpflanzenbau an der Sächsischen Landesanstalt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie.

Aber eine ganze Reihe der Sorten kommt auch mit einem vollsonnigen Standort zurecht - wobei Karl Heinz Saak ergänzt, dass er nicht zu trocken und heiß sein sollte. "Anderenfalls werden die Pflanzen anfällig für Schädlinge wie die Rote Spinne", erklärt der Experte der Deutschen Fuchsien-Gesellschaft in Neumünster (Schleswig-Holstein). Er würde die Fuchsie auch nicht unter Bäume setzen, denn dort fehlt es an ausreichender Durchlüftung.

Auch ein Standort im Vollschatten - also dort, wo es eher dunkel ist - ist nicht unbedingt optimal: Hier bildet die Pflanze lange Internodien. Das sind die Stängelbereiche zwischen den Blattknoten - an diesen Blattknoten aber bilden sich die Blüten. Saak findet daher, dass Pflanzen mit langen Internodien schütter wirken.

Die große Bandbreite der Ansprüche der Pflanzen erklärt sich mit dem großen Gebiet ihres Ursprungs: Sie stammen aus Mittel- und Südamerika, einer Region mit großen Höhenunterschieden. Auch die Wuchsformen variieren stark: Es gibt hängende Fuchsien bis hin zu aufrecht wachsenden. "Gerade für den Balkon ist der lockere Wuchs mit den überhängenden Trieben sehr interessant", findet Saak. Für den normalen Kübel am Boden eignen sich besser aufrecht wachsende Sorten, wozu auch die bekannte weiße Sorte 'Annabel' gehört.

Aber eine Standortbedingung stellen alle Fuchsien: Beide Experten empfehlen, sie nicht in einen schwarzen Plastiktopf zu setzen. "Werden die Töpfe von der Sonne beschienen, heizt sich der Wurzelraum schnell auf über 40 Grad auf", erläutert Fuchsie-Experte Saak. Besser seien Übertöpfe aus Ton, wobei die Zwischenräume zum Plastiktopf besser auch noch mit Sand oder Kies aufgefüllt werden.

"Kombiniert man die Fuchsien mit Zierpflanzen, die einen überhängenden Wuchs haben, verhindert man das Aufheizen der Wurzeln", ergänzt Kollatz. Und: Topft man Fuchsien mal um, so sollten nicht zu große Gefäße gewählt werden. Die Wurzeln mögen eine gewisse Enge.

Die Fuchsien sind grundsätzlich pflegeleicht. Aber sie brauchen einen ausgeglichenen Wasserhaushalt. Regelmäßiges Gießen ist laut Kollatz also nötig. Sie rät, die Pflanzen auch mit Wasser zu besprühen, wenn es richtig heiß ist.

Wenn die Pflanzen aber mal in der Hitze schlapp machen und Blätter und Triebe wie welk herunterhängen, sollte man auf keinen Fall direkt gießen. "Das ist vollkommen falsch, weil sich mit dieser Welke die Pflanzen selber vor der intensiven Bestrahlung durch die Sonne und das damit verbundene Aufheizen schützen", erklärt Fuchsien-Experte Saak. Nur wenn der Ballen tatsächlich trocken ist, sollte man gießen. "Dafür muss man natürlich ganz genau hinsehen."

Den Sommer über brauchen die Pflanzen regelmäßig Nährstoffgaben, etwa Flüssig- und Depotdünger. Dieser sollte auf gut durchfeuchtetes Substrat gegeben werden. "Dabei sollte man sich immer an die Dosierungsanleitung halten", betont Kollatz. Fuchsien mögen nicht viel Salz. Das muss auch bei der Auswahl des Substrats berücksichtigt werden, denn laut Saaks haben etwa kompostreiche Erden häufig einen sehr hohen Salzgehalt.

Nach dem Sommer: So überleben Fuchsien den Winter Die für Balkon und Terrasse angebotenen Fuchsien sind in der Regel nicht winterhart. "Da sie aber verholzen, kann man sie gut überwintern", erklärt Beate Kollatz von der Sächsische Landesanstalt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. So geht's: Hobbygärtner sollten im Herbst die Triebe kräftig einkürzen, damit die Pflanzen weniger Platz in Anspruch nehmen. "Während der Winterpause stellt man die Pflanzen hell und kühl auf", erläutert die Zierpflanzenexpertin. Die Temperatur sollte zwischen fünf und zehn Grad liegen. In dieser Zeit gießen Hobbygärtner die Pflanzen nur moderat, aber so viel, dass die Wurzelballen nicht austrocknen. Ab März kommen die Pflanzen wieder in eine wärmere Umgebung, damit sie neu austreiben. "Ab Mitte April beginnt man auch wieder zu düngen und nimmt dann einen Rückschnitt vor", ergänzt Kollatz. Der Schnitt ist nötig, da die ersten Triebe wegen des Lichtmangels im Zimmer meist lang und dünn werden. Ein weiterer Tipp: Soll sich die Pflanze gut verzweigen, sollte man die Spitze der frischen Triebe regelmäßig kappen.

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dpa

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