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NWZonline.de Gartenzeit

Klein, aber oho!

04.05.2018

„Ein Garten kann eine Welt für sich werden, dabei ist ganz gleich, ob dieser Garten groß oder klein ist“, soll der österreichische Schriftsteller Hugo von Hoffmannsthal gesagt haben. Tatsächlich kommt es bei einem Garten nicht unbedingt auf die Größe der Fläche an. Es genügt schon eine Kiste, um Petersilie, Tomaten oder Salat anbauen und ihnen beim Wachsen zusehen zu können.

Vielerorts bilden Kisten sogar die Grundlage für große Gärten: Gerade in Großstädten boomen seit Jahren Urban-Gardening-Initiativen, die mitten in der Stadt mobile Parzellen anlegen. Zu den bekanntesten zählt sicherlich der Prinzessinengarten in Berlin. Aber auch in anderen Zentren gibt es ähnliche Projekte, bei denen Menschen gemeinsam in Kisten ackern.

Was Kistengärtner in der Regel eint: Ihnen kommt es nicht so sehr darauf an, möglichst große Salate, fetten Kohl und viele Kartoffeln zu ernten, die sie den Rest des Jahres über ernähren sollen. Ihnen geht es vielmehr darum, gemeinsam etwas zu schaffen, die Stadt zu begrünen und der Natur einen Platz zwischen Asphalt und Beton geben. Auch wollen sie ein Bewusstsein dafür entwickeln, wie Obst und Gemüse entsteht – und damit Lebensmitteln eine andere Wertschätzung zukommen zu lassen. Und schließlich möchten sie Oasen der Ruhe und Entspannung einrichten, sei es auf einem öffentlichen Platz mitten in der belebten Stadt oder auf dem eigenen Balkon.

Kistengärten als Hochbeet

Als Grundlage für diese Form des Mini-Gartens dienen in der Regel Bäckerkisten aus Kunststoff – idealerweise mit einer Höhe von mindestens 20, besser noch 30 oder 40 Zentimetern. Sie bieten nicht nur genügend Raum für Gemüse und Kräuter, sondern verrotten nicht wie Weinkisten aus Holz und lassen sich zudem auch noch leicht stapeln: Auf diese Weise kann man schnell, unkompliziert und kostengünstig ein Hochbeet errichten, in dem es sich rückenschonend gärtnern lässt.

Damit durch das Plastikgitter keine Erde herausrieselt und Wasser verdunstet, sollte man den Boden und die Seitenwände grundsätzlich mit Karton oder Vlies auslegen. Kleine Löcher an den Seiten und im Boden sollten allerdings bleiben: Sie sorgen dafür, dass überschüssiges Wasser abfließen kann und sich keine Staunässe bildet.

Kistengarten-Profis füllen die übereinandergestapelten Kisten wie ein Hochbeet: In die untere Etage kommt zunächst eine Schicht grobes Holzmaterial und halbreifer Kompost. Die obere Kiste wird zur Hälfte mit reifem Kompost gefüllt, auf dem abschließend Pflanzenerde verteilt wird. Wer nur eine Kiste nutzen will, kann diese mit einer Drainageschicht aus Blähton füllen, auf die – von unten nach oben - eine Mischung aus Feinkompost und Langzeitdünger sowie Pflanzenerde folgt.

Überschaubare Pflege

Gärtnern in Kisten bietet sich für Menschen an, die einmal ihren grünen Daumen testen möchten oder keine Zeit für einen großen Garten haben und dennoch auf frisches, selbst gezogenes Grün nicht verzichten möchten. Auch für Kinder ist solch ein Mini-Garten gut geeignet: Anders als in einem Gartenbeet ist die Größe einer Kiste und damit auch der Umfang an Gartenarbeit überschaubar. So bleibt ihnen mehr Zeit um zu beobachten, wie alles wächst und gedeiht.

Wer es geschickt anstellt, kann so manche Mahlzeit mit Zutaten vom Balkon oder der Terrasse zubereiten oder ergänzen. Grundsätzlich kann man alle Kräuter und fast alle Gemüsesorten in Kisten anbauen – sofern der Standort stimmt. Mischkultur und Fruchtfolgen können zudem dazu beitragen, die Ernte zu steigern. Einen guten Ertrag bringen Mangold, Pflücksalat, Zucchini und Tomaten. Schnelle Erfolge zeigen sich bei Spinat, Kresse und Radieschen. Im Herbst kann man in das Kistenbeet Gründünger wie Klee und Phazelie aussäen. Diese Pflanzen bewahren die Erde vor dem Austrocknen und unterdrücken ungewollte Beikräuter. Wer will, kann die mobilen Mini-Gärten aber auch komplett abbauen. Die gereinigten Kisten kann man bis zur nächsten Saison im Keller oder auf dem Dachboden verstauen – oder anderweitig im Haushalt verwenden.

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