Für 13 Mädchen und Jungen der 5. und 6. Klassen der KGS Rastede kann der Donnerstagnachmittag gar nicht schnell genug kommen. Denn dann geht es von 14.30 bis 16 Uhr ab in den Schulgarten, der sich direkt neben dem Schulgebäude in der Feldbreite befindet und es werden die Gartengeräte herausgeholt. Es ist den Schülerinnen und Schülern schnell anzusehen, mit welcher Begeisterung sie bei der Arbeit sind.

Für die Lehrerin Sonja Eitel-Harms (r.) geht eine lange Ära mit der Garten-AG zuende. Gina Grunenberg wird ihre Nachfolge antreten. (Bild: Wolfgang Wittig)

Für die Lehrerin Sonja Eitel-Harms (r.) geht eine lange Ära mit der Garten-AG zuende. Gina Grunenberg wird ihre Nachfolge antreten. (Bild: Wolfgang Wittig)

Die beiden Lehrerinnen Sonja Eitel-Harms und Gina Grunenberg, die die Garten-AG leiten, warten dort bereits auf ihre Schützlinge. „Es ist immer wieder eine Freude zu sehen, mit welcher Begeisterung die Schülerinnen und Schüler der Arbeitsgemeinschaft bei uns ankommen und es gar nicht erwarten können, endlich loszulegen“, erzählt Sonja Eitel-Harms. Die Lehrerin ist beim Besuch der NWZ mit etwas Wehmut dabei, denn es ist ihr letzter Tag in der Arbeitsgemeinschaft. Mit dem Ende dieses Schuljahres geht die Pädagogin in Pension. Ihre Kollegin hatte anlässlich dieses besonderen Tages die kleine Hütte beim Schulgarten mit einer umfangreichen Bilderkette mit Garten-Motiven der letzten Monate aufgehängt. „Das ist echt traurig, dass Sie im nächsten Schuljahr nicht mehr dabei sind“, so ein Schüler der AG. Seit mehr als 20 Jahren ist Sonja Eitel-Harms die Leiterin der Garten-AG, zukünftig wird ihre Kollegin Gina Grunenberg das Projekt weiterführen.

Wer den umzäunten Bereich des Schulgartens, das grüne Klassenzimmer, betritt, der ist erstaunt, was hier alles zu finden ist. Im Mittelpunkt steht dabei natürlich die große Beetanlage. Ein paar Schritte weiter befindet sich ein Sitzrondell, das Platz für rund 30 Schüler*innen bietet. Hier kann bei gutem Wetter Outdoorunterricht durchgeführt werden. Eine Tafel steht hier ebenfalls zur Verfügung. Ein paar Schritte weiter wurde ein Insektenhotel aufgestellt. Der Nutzgarten wird auch von der Imker AG und der AG Wildtierschutz genutzt. Natürlich dürfen auch eine Blühwiese sowie eine Reihe von Obstbäumen nicht fehlen.

Bild: KGS

Bild: KGS


Der Mittelpunkt der gesamten Anlage ist aber der Schulgarten. Hier erlernen die Fünft- und Sechstklässler die gärtnerischen Grundlagen wie den Umgang mit Gartengeräten, die Bodenbearbeitung, die Aussaat, das Pikieren, Auspflanzen und natürlich das Ernten und Verarbeiten. Je nach Jahreszeit werden aus den geernteten Produkte auch einfache Gerichte gekocht. Sehr beliebt sind dabei zum Beispiel Pellkartoffeln mit Kräuterquark, Kürbissuppe aber auch Rhabarberkompott, Kräuterlimonade und viele Marmeladensorten.

Wichtig ist den beiden Pädagoginnen, dass hier im Unterricht unter freiem Himmel, also im Grünen, eine unmittelbare Naturbeobachtung stattfindet. Am Hochbeet oder auch der Kräuterspirale lernen die Schülerin-nen und Schüler neben dem Anlegen dieser Beetarten auch das Ansäen und Bepflanzen, die Pflege und später natürlich das Ernten. „Wichtig bei unserer Arbeit ist auch, dass wir hier schulzweigübergreifend abreiten“, erklärt Gina Grunenberg, „aber auch die Kooperation mit den Schülerfirmen an der KGS ist für uns dabei sehr wichtig. Wobei beispielsweise die Imker-AG mit der Schülerfirma Imkerei kooperiert.“

Einmal im Jahr findet der für die 5. Klassen organisierte Apfeltag statt. Während des Apfeltages wird unter anderem von jeder Klasse der eigene „Klassenapfelsaft“ gepresst, der dann im Nachhinein zu einem besonderen Anlass gemeinsam getrunken werden kann.