Immer öfter sieht man unter Obstbäumen eine kreisrunde Fläche, die gemulcht oder mit Gründüngung versehen wird. Diese Bewirtschaftung hat ihren guten Grund. Eine Pflege der Obstgehölze erstreckt sich nämlich bis gut einen Meter über den Kronentraufenrand hinaus, da sich ihre Saugwurzeln in der obersten Bodenschicht bis über den Kronentraufenbereich ausbreiten. Zur Düngung kann jetzt im Frühjahr eine dünne Schicht verrotteten Mistes gestreut werden. Befinden sich Gras oder Rasen unter dem Baum, bringt man nur so wenig Kompost auf, dass er rasch eingespült wird. Gerade für junge Bäume ist es günstig, wenn kein Bewuchs vorhanden ist. Eine Grasnarbe schützt den Boden zwar vor Erosion, ein Bewuchs nimmt den Bäumen aber auch viele Nährstoffe weg. Gegen eine Grasdecke unter jungen Bäumen spricht auch, dass sich unter einer Bodenabdeckung die Bodenfeuchtigkeit idealer hält, was gerade bei kleinen Bäumen erwünscht ist.
Versorgt man die Baumscheibe jetzt im Frühjahr mit bereits halb verrotteten Materialien und Kompost, können auf ihr auch gut Kapuzinerkresse, Tagetes oder Phacelia ausgesät werden. Dies sieht nicht nur schön aus, es ist auch nützlich. Die Kapuzinerkresse hält Läuse von den Bäumen ab, Tagetes wirkt im Bodenbereich fördernd durch ihre Wurzelausscheidungen, und Phacelia lockt Bienen an und liefert zudem viel Grünmasse. Sät man auf der Obstbaumscheibe Wicken, Klee, Luzerne oder Lupinen aus, versorgen diese die Obstgehölze mit Stickstoff, da sie diesen aus der Luft zu pflanzenverfügbaren Verbindungen umbauen können.
Vorsicht ist bei der Mulchung von Obstbaumscheiben mit Stroh in der vegetationsfreien Zeit geboten; hier überwintern Wühlmäuse und ernähren sich von den Wurzeln der Bäume. Deshalb ist in wühlmausgefährdeten Gärten im Winter eine Abdeckung mit Holzhäcksel zu bevorzugen.
