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NWZonline.de Gartenzeit

Ein insektenfreundlicher Garten

06.04.2018

Viele Hobbygärtner tragen – bewusst oder unbewusst – durch die Anlage ihrer geliebten Erholungsoase im Grünen oft schon zur pflanzlichen und tierische Artenvielfalt bei. Übermäßige Pflege dient oft mehr der menschlichen Optik als dem Naturreich. Von einer gelungenen Symbiose profitieren beide Seiten. Die wichtigste Grundlage sei ein blütenreicher Garten von Frühjahr bis Winter, betont Erika Brunken, Leiterin der Niedersächsischen Gartenakademie der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. „Dabei sollten nicht nur die gutaussehenden gefüllten Blüten im Vordergrund stehen, sondern auch die bienenfreundlichen, einfach blühenden Alternativen“, erklärt die Gartenexpertin.

Wasser, Wiese und viel Nektar

Der Handel bietet auch spezielle, einjährige Blumenwiesen (Novaflore, Sperli, Kiepenkerl, Gartenland Aschersleben), die besonders Schmetterlinge, Hummeln oder Bienen anfliegen. Mit (selbst gebauten) Insektenhotels und einer Wasserquelle im Garten, bestückt mit schwimmbarem Material – wie einem Stück Holz, auf dem die Insekten landen können – gibt die erfahrene Fachfrau einfache Tipps an die Hand, die sich in jedem Garten umsetzen lassen. Viele Stauden liefern ein fast ganzjähriges Nahrungsangebot an Nektar und Pollen für Insekten. Empfehlungen gibt auch der Fachhandel.

Nahrungsquellen für die Brut

Im zeitigen Frühjahr sind die ersten Winterlinge sowie Schneeglöckchen eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen – Krokusse und Lungenkraut auch für Hummeln, um ab Ende März die Brut zu füttern. Die Wildtulpe ‘Corona‘, frühblühender Scheinhasel und Winterheide gewährleisten die Versorgung mit Pollen und Nektar. Weiterhin eignen sich besonders Polsterprimeln, Himmelschlüssel, Polsterphlox, Gänsekresse, Schleifenblume und Blaukissen.

Abwechslungsreiche Staudenbeete lassen sich gut mit einem Strauch ergänzen, wie Blutpflaume, für kleinere Stadtgärten Zierjohannisbeere oder Zierbirne als Baum mit schmaler Krone oder den „Malus floribunda“, einen vielblütigen Zierapfel mit reichem weißen Blüten- und rotem Fruchtschmuck, so die Empfehlung von Erika Brunken.

Persönliche Vorliebe hegt sie für den Winterschneeball (Viburnum farreri), der sich auch für den Einzelstand eignet und am besten in der Nähe der Haustür oder in einem Beet mit Sicht aus dem Küchenfenster steht, wo er bei den Gartenbesitzern und den frühen Bienen oder aus der Winterruhe erwachten Schmetterlingen viel Beachtung findet wegen seiner ganz frühen hellrosa Blüten.

Toleranz für alle Arten

Besonders insektenfreundlich im Sommer zeigen sich die Japananemone, auch Herbstanemone genannt, das lange blühende Sonnenauge, Ringelblumen und Strauchveronika. Letztere eigne sich auch für Töpfe & Kübel und treiben immer wieder neue Blüten aus, die auch Schmetterlinge anzögen.

Wer die schönen Falter nicht missen möchte, sollte auch Motten, Nachtfalter und Raupen in Kauf nehmen, mahnt die Expertin. „Nicht alle Falter sind die hübschesten, aber jede Art hat ihre Bedeutung und ihre Tageszeit. Und was wir nicht als nützlich betrachten, ist oft Futterquelle für andere Lebewesen“, ermutigt sie zu mehr Toleranz im Garten. Zitronenfalter, Kleiner Fuchs und Tagpfauenauge mögen die ersten Blausternchen (Scilla) im Garten, die von März bis April blühen. Als Zwiebelblume überdauert diese ebenso den Winter wie der erwachsene Falter, der einen geschützten Unterschlupf findet. „Lassen Sie im Herbst vom Dachboden das Fenster oder von der Gartenhütte mal die Tür auf, damit sich der Falter unterm Balken einen Überwinterungsplatz suchen kann“, so die Empfehlung.

Zierlauch, staudige oder einjährige Rudbeckien (Sonnenhut oder Echinacea), Engelwurz für fruchtbaren, lehmigen Boden oder Kandelaber-Ehrenpreis zählen ebenfalls zu guten Nahrungsquellen. Beliebt sind auch Hohe Verbene (sät sich aber selbst schnell aus), Sommerflieder, der spät im Jahr blühende, alte Efeu oder der wasserliebende Hohe Dost.

„Mit wenigen Mitteln, einer guten Beratung und dem Bewusstsein für natürliche Artenvielfalt können Privatgärten viel dazu beitragen, dass mit der Lebensgrundlage für Insekten & Co. auch unsere eigene Nahrungskette gesichert wird“, plädiert Erika Brunken für mehr Mut zu Naturverbundenheit. Gerne helfe die Niedersächsische Gartenakademie getreu ihrem Slogan „Wissen wachsen lassen“ mit der Gartenberatung im Park der Gärten oder am Gartentelefon weiter.

Swantje Sagcob Redakteurin / Sonderthemen Redaktion
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