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NWZonline.de Gartenzeit

Pfarrgarten: Zwischen Landgrün und Nassblau

15.05.2020

Waddens Menschliche Schöpferkraft kennzeichnet diesen kulturhistorischen Ort rund um die alte Pastorei von (Neu-)Waddens. Während in der Nachkriegszeit das Kirchengelände rund um die Pastorei insbesondere als Gartenland zum Anbau durch Dorfbewohner genutzt werden durfte, sorgt seit zehn Jahren ein emsiger Arbeitskreis „Garten Eden“ dafür, dass die 3000 qm große Grünanlage als Naturparadies und als Treffpunkt zum Verweilen und Austausch einlädt.

Paradiesisches Ensemble aus Garten Eden, Alter Pastorei und Hörstuhl

„Das Reizvolle dieser Anlage beschränkt sich nicht nur auf den Garten, das Ganze ist als Ensemble zu sehen“, erklärt Susanne Hübler, Sprecherin vom Arbeitskreis. Zum Ensemble gehören seit 2010 auch die restaurierte alte Pastorei – das ehemalige Stallgebäude beherbergt einen Kindergarten – und seit 2014 der Hörstuhl mit Deichblick. Wer heute durch den öffentlichen Dorfpark wandelt, entdeckt nicht nur einen historischen Flurenpadd mit Original Wesersandsteinplatten, Waddens einzige uralte Platane oder das Ehrenmal auf einer Anhöhe mit Zugang vom Sieltiefsweg, sondern auch die Geschichte des ursprünglich ältesten Dorfes in Butjadingen.

Das drei Meter hohe Kunstwerk aus Stahl, Ziegelsteinen und Glas von den beiden Künstlerinnen Bärbel Deharde und Ute Extra, Teil der einzigartigen Hörstuhl-Route an der Deutschen Nordseeküste, lädt zum Innehalten und Lauschen ein – umringt von altem hohen Baumbestand, an dem Schilder beeindruckend auf die Sturmfluten hinweisen. Auf dem „Vertellstohl“ wird in dieser Klanginstallation die Geschichte von Alt- und Neu-Waddens als Hörspiel lebendig. Nach der Catharinenflut (1685) wurde die einschiffige Backsteinkirche St. Marcellinus bereits 1696 auf der Wurt von Brüddewarden neu aufgebaut; die Weihnachtsflut 1717 zerstörte Alt-Waddens (4 km östlich) gänzlich. Im Hör-Erlebnis der Geschichte richtet sich der Blick querbeet durch den „Garten Eden“ mit Sichtachse auf den Deich, der den Meeresspiegel sicher in Schach hält. Das Besondere: In einer Doppelglaswand im Hörstuhl wird den Besuchern der aktuelle Wasserpegel der Nordsee angezeigt – und zeigt damit eindrucksvoll auf, wie hoch der Meeresspiegel ohne Deich im Dorf stehen würde. Mal abgesehen vom Vogelgezwitscher und Blätterrauschen ein stiller und zugleich lebendiger Ort der Besinnung. Und so erinnert der „Garten Eden“ auf seine Weise „an die biblische Vertreibung aus dem Paradies, an die Vertreibung von Menschen aus ihrer Heimat und an den nötigen verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt, die das Leben hier vor Ort langfristig möglich machen wird“, heißt es.

Emsiger Arbeitskreis

Die Zeiten verändern viel: Die alte Pastorei an der Burhaver Straße stand lange leer, auch der Garten lag einige Jahre brach. In den 80er Jahren erfuhr das Grundstück im Rahmen der Kunst- und Kulturwochen „Gezeiten“ wieder mehr Beachtung – es wurde planiert und angesät, einige Büsche und Bäume wurden gepflanzt, die zum Teil auch heute noch stehen. Das Infohäuschen wurde gebaut. Doch das tiefgelegene Gelände vernässte zusehends – bis der Arbeitskreis „Garten Eden“ 2010 aus der Taufe gehoben wurde und mittels Leader-Projekten das Ensemble von heute als Gemeinschaftswerk von Kirchengemeinde und Bürgern verwirklicht werden konnte. Finanzielle Unterstützung kam außerdem vom II. Oldenburgischen Deichband und von der Umweltlotterie Bingo-Lotto.

Zehnjähriges Bestehen

So feiert der „Garten Eden“ als beschützter paradiesischer Raum 2020 sein 10-jähriges Bestehen – allerdings mehr im Stillen, denn bedingt durch die Corona-Pandemie musste just der besonders beliebte Stauden- und Pflanzenmarkt ausfallen. Über eine Verlegung in den Herbst wird noch nachgedacht.

Beliebtes Ausflugsziel

Das einst durchaus umstrittene Projekt hat sich zu einem paradiesischen Ort gemausert. Hier fühlen sich Flora und Fauna wohl – und abgesehen vom munteren Kinderlachen auf dem Kita-Gelände ist diese Oase ein beliebtes Ausflugsziel auch für Radfahrer in Butjadingen oder wird auch als Abstecher von Touristen auf dem Weser-Radweg als Rastplatz genutzt. „Dafür diese Idylle zu schaffen, lohnt den Aufwand“, resümiert Susanne Hübler nach einem gemeinsamen Rundgang.

Es darf genascht werden

Denn der „Garten Eden“ beherbergt allerlei Köstlichkeiten – nicht nur für Vögel und Insekten. Ein Kinderacker ist entstanden gleich neben einem Naschgarten aus Apfel-, Birnen- und Kirschbaum unweit des Insektenhotels. Doch nicht nur hier summt es munter, im Bienenhaus, für das Imker Carsten Läßig mehrere Bienenvölker betreut, wird fleißig dafür gesorgt, dass im „Garten Eden“ auch Honig fließt (kleiner Tipp: erhältlich bei Familie Bruns).

Als besonderes I-Tüpfelchen hat der Arbeitskreis zum Zehnjährigen selbst ein Kunstwerk geschaffen in Form einer Meerjungfrau, die auf dem Rasen ruht. Eine Tafel weist auf die dazugehörige Sage hin.

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Die Pflege der Anlage findet in Kooperation von Kirchengemeinde und Dorfgemeinschaft statt, übrigens auch mithilfe von interessierten Beetpaten.


Entdecken Sie mehr Bilder vom Garten Eden-Rundgang unter   www.nwzonline.de/gartenzeit 
Swantje Sagcob Redakteurin / Sonderthemen Redaktion
Rufen Sie mich an:
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