Wie zeigen Pflanzen Wetterveränderungen an?
Eunike Grahofer: Pflanzen können sich nicht bewegen. So haben sie Strategien entwickelt, mit Wetterschwankungen umzugehen um zu überleben. Wetterveränderungen gehen Veränderungen in der Luftfeuchtigkeit, Temperaturen und den Lichtverhältnissen voraus. Pflanzen reagieren darauf, um sich und ihren Nektar zu schützen - nasser Blütenstaub würde verkleben, aufquellen und wäre für die Befruchtung unbrauchbar.
Welche Wetterpflanzen gibt es im Garten – und was sagen sie aus?
Eunike Grahofer: Die Stockrose, auch Bauernrose genannt, öffnet ihre großen, prächtigen Blüten nur bei einer Temperatur über 5 Grad Celsius und trockenem, schönen Wetter. Hat das Gänseblümchen am frühen Vormittag seine Blüten geschlossen, zeigt es auf einen trüben, regnerischen Tag hin. Die Kapuzinerkresse beginnt vor dem Regenwetter zu schwitzen: An ihren Blattspitzen zeigen sich Tröpfchen. Beobachten wir, dass der Rhododendron im Garten seine Blätter abwärts klappt, dann ziehen wir uns besser eine Jacke an, wenn wir länger außer Haus gehen.
Welche Wetterpflanze ist Ihrer Ansicht nach besonders zuverlässig?
Eunike Grahofer: Der Ehrenpreis wird im Volksmund Regenblume genannt. Bei heranziehendem Regenwetter schließt er seine kräftig-blauen Blüten. Zeigt er in der Früh seine Blüten geschlossen, bleibt der ganze Tag verregnet. Zur Interpretation des Wetters empfiehlt es sich aber, zwei bis drei Pflanzen zu beobachten.
Welche Pflanzen kündigen noch Regen an?
Eunike Grahofer: Die Wiesenglockenblume zeigt uns den Regen und die Regenintensität an. Sie schließt vor dem Regen ihre Blüten. Ist starker Regen oder Gewitter im Anzug, senken sie noch dazu ihr Blütenköpfchen Richtung Erde ab. Rosenblüten verströmen bei heranziehendem Regen einen besonders intensiven Duft. Kurz bevor der Regen wirklich beginnt, ist kein Duft mehr wahrnehmbar. Die Nachtkerze öffnet bei trockenem warmen Nächten ihre Blüte so gegen 20 Uhr. Öffnet sie diese bereits auffallend früher, ist die Regenwahrscheinlichkeit für die Nacht hoch.
