• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Gartenzeit

Cardy liefert schmackhafte Stiele

17.11.2018

Wenig bekannt ist, dass einige Zierdisteln nicht nur mit ihren Blüten die Gärten schmücken, sondern auch von Feinschmeckern sehr geschätzt sind. Am bekanntesten ist sicherlich die Artischocke, bei der die Knospen und der Blütenboden verzehrt werden. Besonders empfehlenswert sind auch die kräftigen, fleischigen Stiele der Cardy-Distel, die im Geschmack an Schwarzwurzeln beziehungsweise Grünspargel erinnern. Die Pflanzen weisen zudem nur weiche Stacheln auf, sodass sie nicht stechen.

Bleichen unter Folie

Cardy entwickelt nach der Pflanzung innerhalb weniger Wochen einen kräftigen Blattschopf mit bis zu 1,50 Meter großen Blättern. Sollen die Stängel zum Verzehr verwendet werden, ist von September bis Anfang Oktober, wenn die Blätter eine ausreichende Größe erreicht haben, die richtige Zeit, die Stängel zu bleichen.

Dazu wird die ganze Pflanze mit Säcken, schwarzer Folie oder Packpapier fest verschnürt, sodass oben nur noch der Blattschopf herausschaut. Nach drei Wochen – vor leichten Nachtfrösten sind die Stängel durch die Abdeckung ausreichend geschützt – kann man dann die Pflanzen wieder auspacken und die fleischigen Stiele ernten. Diese werden gut geschält, da in der Haut Bitterstoffe enthalten sind. In Stücke geschnitten, gart man dann die Stängel in Salz- oder Essigwasser und bereitet sie als Gemüse wie Bleichsellerie, Schwarzwurzeln, Mangold oder Spargel zu, lediglich gedünstet oder gekocht.

Da von einer gut entwickelten Pflanze bis zu zwölf Personen satt werden, empfiehlt es sich, das Bleichen zeitlich nacheinander vorzunehmen oder die Stängel einzufrieren. Gut möglich ist es auch, einige ungebleichte Pflanzen vor den ersten Frösten im Oktober mit Wurzelballen auszugraben, die Blätter um ein Drittel einzukürzen und in einen kühlen, dunklen Keller zu stellen. Dort bleichen die Stängel ganz ohne Abdeckung und können bis weit in den Winter hinein verzehrt werden.

Entscheidet man sich, die Kultur von Cardy einmal auszuprobieren, sollte eine zeitige Vorzucht auf der warmen Fensterbank ab Ende März erfolgen. Da es Cardy kaum als Jungpflanzen bei Gärtnereien gibt, empfiehlt sich die eigene Anzucht. Jeweils zwei Samen legt man in einen zehn Zentimeter großen Topf mit Vorzuchterde etwa einen Zentimeter tief aus. An einem warmen Platz auf einer hellen Fensterbank erscheinen nach etwa zwei Wochen die Sämlinge. Die kräftigste Pflanze wird stehengelassen.

Großer Platzbedarf

Bis zu den Eisheiligen bleiben die Töpfe im Haus oder geschützt unter Glas oder Folie. Danach wird ausgepflanzt. Geeignet sind vollsonnige, aber nicht staunasse Standorte mit gutem, nährstoffreichen Boden. Da Cardy zu den Starkzehrern gehört, kann man auch eine Pflanzgrube ausheben und diese am Grund mit verrottetem Mist und dann mit reifem Kompost auffüllen. Der Platzbedarf der gewaltig wachsenden Pflanzen ist enorm, weshalb für eine Pflanze ein Quadratmeter gerechnet werden sollte. Nach dem Pflanzen wird unter dem Cardy mit organischem Material gemulcht und über Sommer immer genügend gewässert. Alle zwei Wochen kann man auch bis Mitte August mit verdünnter Pflanzenjauche zusätzlich düngen.

Zur Überwinterung umgibt man die Cardypflanzen vor den ersten starken Nachtfrösten, ähnlich wie bei den Artischocken, mit einem dichten Kranz aus Laub oder Stroh, aus dem nur noch die Herzblätter herausschauen.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.