Oldenburg - Der Leerstand im City Center Oldenburg (CCO) weitet sich aus. Auch ein treuer Mieter wie Subways zieht jetzt einen Schlussstrich unter sein Engagement im CCO. Wie Betreiber Klaus Grafe, dem auch alle anderen Subways in Oldenburg gehören, am Donnerstag bestätigte, wird Subways ausziehen. Grafe: „Die Kündigung schicken wir spätestens in der nächsten Woche ab.“
Ein Frequenzbringer wie Saturn sei nun „seit dreieinhalb Jahren ’raus – und die Eigentümer sind bis heute nicht willig, hier etwas zu machen, das ist sehr enttäuschend“. Der massive Leerstand weise Kunden ab: „Das lädt hier überhaupt nicht ein. Das ist eine Atmosphäre wie nachts am Bahnhof. Wir sind nur noch hier, weil wir viele liebe Stammkunden haben, die trotzdem kommen. Aber letztlich funktioniert das so überhaupt nicht.“ Das CCO ist dem Firmengeflecht der internationalen Immobiliengruppe Blackstone zuzuordnen.
Grafe wird sich jetzt einen neuen Standort in der Stadt für den im CCO wegfallenden Subways suchen. Die Läden am Markt, an der Hauptstraße sowie an Ofener und Nadorster Straße laufen ohnehin normal weiter. „Dort sind wir völlig zufrieden“, sagte Grafe.
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Wie die NWZ erfuhr, soll auch Spiele Max den Ausstieg aus dem City Center vorbereiten. Eine Bestätigung für diese Nachricht gab es zunächst nicht. Die Zentrale des Anbieters von Spielen, Baby- und Kleinkindausstattung ließ eine Anfrage am Donnerstag unbeantwortet. Im Umfeld der Filiale ist von Problemen durch den Leerstand im City Center zu hören. Der Wegzug des Finanzamtes habe die Lage für die obere Heiligengeiststraße weiter verschlechtert.
Spiele Max hatte die Filiale 2004 eröffnet. Damals hatte die Kette 2000 Quadratmeter im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss gemietet. Im Jahr 2005 hatte im zweiten Obergeschoss die Frankfurter Fitness-Company auf 2000 Quadratmetern einen Standort eröffnet. Auch das Hotel Acara wurde in dieser Zeit eröffnet. Dessen Inhaber Holger Kruse hält am Standort fest. „Wir wollen bleiben, wenngleich wir noch mit den Eigentümern über Vertragsdetails verhandeln.“ Wie Kruse berichtet, sollen „mittelfristig“ die derzeit gesperrten Parkplätze unter dem CCO wieder zugänglich werden.
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Durch den Wechsel des Saturn-Markts in die Schlosshöfe vor fünf Jahren hat das CCO einen Ankermieter verloren. Versuche, die Flächen an andere Händler zu vermieten, waren nicht erfolgreich. Zuschnitt und Anbindung an die Heiligengeiststraße gelten als ungeeignet für eine zeitgemäße Einzelhandelsnutzung.
Aktuell verhandeln Oldenburger Investoren über den Kauf der Immobilie CCO und den Aufbau eines Zentrums für Technologie und Wissenstransfer. Zahlreiche Bildungseinrichtungen, Unternehmen und Existenzgründer hätten Interesse an einer entsprechenden Nutzung angemeldet, heißt es.
Die ungeklärte Sanierung der Tiefgarage, die zum CCO gehört, hat die Lage des Einzelhandels zusätzlich belastet. Seit Wochen ist die komplette Tiefgarage aufgrund der ausstehenden Brandschutzsanierung gesperrt. Die Stadt als Eigentümerin der Tiefgarage und der Pächter – der Eigentümer des CCO, Blackstone – sind sich nicht einig über die Finanzierung der Maßnahme. Die Stadtverwaltung lässt derzeit untersuchen, ob der Bau neuer Stellflächen im Umkreis des City Centers als Alternative in Frage kommt..

