Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Hilfe für Kontoinhaber Insolvente North Channel Bank: So werden Kunden entschädigt

<p>Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat entschieden, dass den Kunden der insolventen North Channel Bank Ausgleich zusteht.</p>

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat entschieden, dass den Kunden der insolventen North Channel Bank Ausgleich zusteht.

Boris Roessler/dpa/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Wenn die Bank pleitegeht, bei der das eigene Ersparte liegt, bekommen viele Kundinnen und Kunden verständlicherweise erst mal einen Schreck. So dürfte es auch im Fall der insolventen North Channel Bank mit Sitz in Mainz gewesen sein. Doch der größte Teil der Kunden dürfte Glück haben.

Denn die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat den Entschädigungsfall gemäß Einlagensicherungsgesetz festgestellt. Das bedeutet: Weil die Bank selbst nicht mehr dazu in der Lage ist, die Kundenguthaben auszubezahlen, entschädigen staatliche und freiwillige Einlagensicherung der Banken die Kunden.

Mit der staatlichen Einlagensicherung seien die Guthaben von Giro-, Tages- und Festgeldkonten sowie auf den Namen lautende Sparbriefe von bis zu 100 000 Euro je Einleger geschützt, sagt Thomas Schlüter vom Bundesverband deutscher Banken.

In Ausnahmefällen sind sogar bis zu 500 000 Euro geschützt, wenn die Einzahlung mit einem bestimmten Lebensereignis zusammenhing und nicht mehr als sechs Monate zurückliegt. Das kann etwa der Verkauf einer privat genutzten Immobilie, Scheidung, Ruhestand oder Kündigung des Arbeitsverhältnisses sein.

Entschädigung erfolgt innerhalb weniger Tage

Wer mehr Guthaben bei der Bank hatte, muss nicht verzagen. Denn über die staatliche Sicherung hinaus schützen freiwillige Einlagensicherungsfonds privater oder öffentlicher Banken ihre Kunden. In diesem Fall ist der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken zuständig. Damit sind Guthaben von bis zu 3,268 Millionen Euro pro Einleger abgesichert.

Betroffene Kundinnen und Kunden brauchen für die Auszahlung der Entschädigung vorerst nichts zu unternehmen. «Sie werden von uns angeschrieben», sagt Thomas Schlüter. Angeschriebene müssen dann lediglich darauf reagieren und eine Kontoverbindung angeben, an die die Entschädigung überwiesen werden soll.

Die Adressen und Guthaben bekommt der Bankenverband, der die gesetzliche und freiwillige Entschädigung aus einer Hand leistet, in diesem Fall von der North Channel Bank mitgeteilt.

Nach der Rückmeldung erfolgt die Entschädigung laut Schlüter relativ zügig. Die Beträge zur Entschädigung stehen demnach innerhalb von sieben Werktagen bereit.

Insolvenz hat wenig Auswirkung auf Depot und Schulden

«Insgesamt werden wir einen Betrag von rund 63 Millionen entschädigen», sagt Schlüter. Davon werden etwa 17 Millionen von der gesetzlichen Einlagensicherung getragen, die restlichen 46 Millionen kommen aus dem Einlagensicherungsfonds des Bankenverbands.

Wer sein Guthaben in einem Wertpapierdepot hat, das von der North Channel Bank verwaltet wurde, wird nicht entschädigt. Das Geld ist in der Regel aber auch nicht weg. Das Depot kann im Normalfall problemlos zu einer anderen Bank umziehen.

Wer Schulden bei der North Channel Bank hat, etwa weil das Konto überzogen war, muss diese trotz der Insolvenz begleichen. Die Forderungen der Bank fallen unter die Insolvenzmasse und unterliegen der Verwaltung des Insolvenzverwalters.

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Diese etwa 500 Jahre alte Waldeibe im Klosterpark in Schortens ist jetzt Nationalerbe-Baum.

NATIONALERBE-BAUM Waldeibe in Schortens ist die schönste in ganz Deutschland

Rieke Steinborn
Schortens
Täglicher EM-Podcast
Joshua Kimmich (von links), Niclas Füllkrug, Jamal Musiala und Ilkay Gündogan bejubeln den Treffer zum zwischenzeitlichen 4:0 durch den ehemaligen Bremer Füllkrug.

PODCAST MIT GAST-EXPERTE MARKUS BABBEL Magic Musiala, Füllkrug als König von Europa – und zwei kleine Makel

Lars Blancke Julian Reusch
Oldenburg
Interview
Christian Lindner, Bundesvorsitzender der FDP

FINANZMINISTER CHRISTIAN LINDNER „Unser Land braucht einen neuen Agenda-Moment“

Jan Drebes Birgit Marschall
Schulter an Schulter als Gegner im Marschwegstadion: Nico Mai (rechts) geht im Trikot von Holstein Kiel II gegen Marc Schröder vom VfB Oldenburg in den Zweikampf.

SO LAUFEN PERSONALPLANUNGEN Was der vierte Zugang für den Kader des VfB Oldenburg bedeutet

Lars Blancke
Oldenburg
Wills Woche

AFD, BSW UND DIE WAHLEN Warum Ossis Parlamente und Politik aufmischen

Alexander Will