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Reale Zinserträge möglich Sicher zum Erfolg: Sparer können auf Treppenstrategie setzen

Darf's noch ein bisschen mehr sein? Auch Dank sinkender Inflationsrate bringt so manche Festgeldanlage einen realen Zinsertrag.

Darf's noch ein bisschen mehr sein? Auch Dank sinkender Inflationsrate bringt so manche Festgeldanlage einen realen Zinsertrag.

Andrea Warnecke/dpa-tmn

Düsseldorf (dpa/tmn) - Während die Zinsen auf Tages- und Festgelder in den vergangenen Monaten immer weiter gestiegen sind, ist die Inflationsrate zuletzt gesunken. Angebote von bis zu 4,75 Prozent Zinsen pro Jahr stehen aktuell einer Teuerungsrate von 4,5 Prozent gegenüber.

Das ist eine gute Nachricht für Sparerinnen und Sparer. Denn es bedeutet, dass die steigenden Verbraucherpreise die Zinserträge nicht sofort wieder auffressen. Wer sein Geld also geschickt anlegt, kann sich zumindest kurzfristig wieder mehr damit leisten.

Bleibt nur die Frage: Was ist eine geschickte Anlageform? Verbraucherschützer raten sicherheitsorientierten Sparern zur sogenannten Treppenstrategie. Dabei wird das Ersparte über verschiedene Laufzeiten und Produktklassen gestreut.

Zwei bis drei Nettomonatsgehälter sollten als Notgroschen auf dem jederzeit verfügbaren Tagesgeldkonto verbleiben. Der Rest kann zum Beispiel auf Festgeldanlagen mit ein, zwei und drei Jahren Laufzeit aufgeteilt werden. Der Vorteil: Die frei werdenden Summen können nach Ablauf des Anlagezeitraums zu den dann gültigen Zinsen erneut angelegt werden.

Längere Laufzeit hat geringere Flexibilität zur Folge

Auffällig ist dabei: In der Vergangenheit war es regelmäßig so, dass Kreditinstitute ihren Anlegerinnen und Anleger für mehrjähriges Festgeld einen höheren Zins geboten haben als für das einjährige. Immerhin kann die Bank über einen längeren Zeitraum mit dem Geld arbeiten, die Kunden müssen länger auf ihr Erspartes verzichten und sind somit weniger flexibel. Das ist derzeit nicht immer der Fall. Zum Teil bieten Banken für einjähriges Festgeld die besten Konditionen.

Thomas Hentschel von der Verbraucherzentrale NRW hat dafür zwei Erklärungen: Zum einen könnte es sich um Lockvogelangebote handeln.

Zum anderen scheinen die Inflationsraten zu stagnieren oder gar zu sinken. Sollte die Teuerung im Euroraum sich mittelfristig der von der Europäischen Zentralbank (EZB) angestrebten Zwei-Prozent-Marke annähern, ist davon auszugehen, dass die europäischen Währungshüter auch die Leitzinsen wieder senken.

Dass die EZB von einer weiteren Erhöhung in der jüngsten Sitzung abgesehen hat, ist ein erster Schritt in diese Richtung. Banken müssten daher davon ausgehen, dass sie mittelfristig wieder weniger Zinsen für bei der EZB geparkte Einlagen erhalten und passen darum die Angebote für ihre Kunden entsprechend an.

Zinssatz sollte nicht einziges Kriterium sein

Trotz dieser Besonderheit empfiehlt Hentschel Verbraucherinnen und Verbrauchern, an der Treppenstrategie festzuhalten und das Ersparte nicht nur in das derzeit attraktive einjährige Festgeld zu stecken. Der Grund: Sinken die Zinsen bis zum Ende der Laufzeit ab, sind die dann verfügbaren Angebote im Vergleich zum derzeitigen mehrjährigen Festgeld womöglich schlechter.

Übrigens: Der Zinssatz sollte bei der Geldanlage nicht das einzige Kriterium sein. Die Zeitschrift «Finanztest» empfiehlt in ihrem monatlichen Zinsvergleich zum Beispiel nur Angebote von Banken aus EU-Staaten, dem europäischen Wirtschaftsraum sowie Großbritannien, sofern deren Herkunftsländer von den drei großen Ratingagenturen eine Topbewertung in Sachen Wirtschaftskraft haben. Nur deren Einlagensicherung halten die Tester für so stabil, dass Kundinnen und Kunden bei einer Bankenpleite zeitnah gemäß EU-Recht entschädigt werden könnten.

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