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Nachruf Ikone der Arbeiterbewegung in der Stadt

Gerd Abeldt

WILHELMSHAVEN - Solidarität war für Bruno Weber mehr als ein Begriff. Er hat sie gelebt. Über Jahrzehnte war Bruno Weber die Ikone der Arbeiterbewegung in Wilhelmshaven. Am Mittwoch dieser Woche ist er im Alter von 84 Jahren gestorben.

Bruno Weber wurde am 15. Oktober 1927 in der Tausend-Mann-Kaserne an der Ostfriesenstraße geboren; als zweitältestes von acht Kindern. Er wuchs in einfachen Verhältnissen auf, hat Not erlebt und musste als junger Mann 1944/45 noch in den Krieg ziehen. Diese Erfahrungen haben ihn geprägt. Während seines ganzen gewerkschaftlichen und politischen Wirkens hat er sich für die Interessen von Arbeitnehmern, für die Aus- und Weiterbildung von Jugendlichen und Erwachsenen sowie für den sozialen Wohnungsbau stark gemacht.

Seine Überzeugung: Reformen zugunsten besserer Lebensverhältnisse für die einfachen Leute lassen sich nur durch den Zusammenhalt in einer Solidargemeinschaft erzielen. Dass er viele dieser Reformen durch sein ganz persönliches Wirken vorangetrieben hat, steht auf einem anderen Blatt.

Bruno Weber, gelernter Zimmerer, trat 1948 in die Industriegewerkschaft Bau-Steine-Erden ein. 1952 wurde er hauptamtlicher Mitarbeiter des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), 1956 Kreisvorsitzender in Ostfriesland. 1961 trat Bruno Weber die Nachfolge des langjährigen Oberbürgermeisters Johann Janßen als DGB-Kreisvorsitzender für Wilhelmshaven und Friesland an. Dieses Amt lebte er bis zu seinem frühen, krankheitsbedingten Ausscheiden 1985 mit Leib und Seele.

1964 wurde der Sozialdemokrat in den Rat der Stadt Wilhelmshaven gewählt, dem er bis 1981 angehörte. Unter anderem war er Vorsitzender des Kulturausschusses und stellvertretender Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses. Darüber hinaus hat Bruno Weber sich vielfältig kulturell und gesellschaftlich engagiert. Er war der erste Präsident des 1988 gegründeten Clubs zu Wilhelmshaven. Mit dem Historischen Arbeitskreis des DGB hat er Dokumentationen verfasst.

Noch im November vergangenen Jahres, schon schwer von seiner Krankheit gezeichnet, übergab er dem Historiker Dr. Hartmut Büsing eine Fülle von zeitgeschichtlichen Dokumenten fürs Arbeiterarchiv Wilhelmshaven/Rüstringen. Das Archiv, so Webers Wunsch, soll zu einem zentralen Gedächtnis der Arbeiterbewegung werden. Denn er wusste: Die Wurzel aller Solidarität liegt in einer gemeinsamen Geschichte.

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