Delmenhorst/Oldenburg - Die Einwanderung von Arbeitskräften aus dem Osten Europas ist nicht erst gegenwärtig ein zentrales Thema in der Öffentlichkeit. Schon Ende des 19. Jahrhunderts kamen im Zuge der Industrialisierung Tausende aus Ostmitteleuropa in das Oldenburger Land. Ein Zentrum der Zuwanderung war die neu entstehende und wachsende Textilindustrie in Delmenhorst.

Die Herkunft und Integration dieser Arbeitsmigranten ist Thema eines Vortrags, den der Historiker Dr. Michael Hirschfeld an diesem Donnerstag um 19.30 Uhr im Staatsarchiv Oldenburg, Damm 43, in Oldenburg halten wird. Hirschfeld, Privatdozent für Neuere und Neueste Geschichte an der Uni Vechta und gebürtiger Delmenhorster, wird am Fallbeispiel von Zuwanderern aus Oberschlesien das Spannungsfeld zwischen Verharren im Fabrikarbeitermilieu und Integration in Nordwestdeutschland durch Bildung, Fleiß und beruflichen Erfolg aus familiengeschichtlicher Warte aufzeigen. Der Referent kann dabei nicht nur auf Archivrecherchen, sondern auch auf zahlreiche Dokumente von eigenen Vorfahren aus der Zeit der Arbeitsmigration zurückgreifen.

Der Vortrag, an dem Interessierte kostenlos teilnehmen können, findet im Rahmen der Wintervorträge der Oldenburgischen Gesellschaft für Familienkunde statt.