Um diesen Artikel zu lesen, schließen Sie eines unserer Angebote ab oder loggen sich als Abonnent ein. Alle Inhalte auf NWZonline und in der NWZ-Nachrichten-App stehen Ihnen dann uneingeschränkt zur Verfügung.
Prof. Dr. Helmut Fickenscher (Bild) ist Direktor des Instituts für Infektionsmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein und der Universität zu Kiel.
FRAGE:
Was läuft schief, wenn Antibiotika nicht mehr wirken?
FICKENSCHER
: Antibiotika zerstören Bakterien oder sorgen dafür, dass sie sich nicht mehr vermehren können. Bakterien können aber Resistenzen gegen Antibiotika erwerben. Das kann zum Beispiel durch den Genaustausch mit anderen Bakterien passieren, die bereits resistent sind. Bakterien können aber auch selbst Resistenzen entwickeln – vor allem dann, wenn unnötig Antibiotika eingesetzt und dadurch nicht mehr wirksame Konzentrationen erzeugt werden. Das Bakterium hat es dann leichter, sich die Bedingungen zu suchen, unter denen es am besten gegen die Abwehr des Körpers ankommt. Auf diese Weise können sich sehr viele unterschiedliche Resistenzen aufbauen.
FRAGE:
Was kann man bei einer Resistenz tun?
FICKENSCHER
: Wenn Resistenzen gegen übliche Antibiotika vorliegen, kann es sehr gefährlich für den Patienten werden. Manche Bakterien sind von sich aus häufig gegen alle möglichen Wirkstoffe resistent, verursachen aber nur sehr selten schwere Krankheiten. Wenn die Resistenzen aber auf andere, weniger harmlose Bakterien übergehen, kann es zu sehr aggressiven Reaktionen kommen. Man muss dann nach einem Reservewirkstoff suchen.
FRAGE:
Wie ist es mit der Infektionsgefahr im Alltag ?
FICKENSCHER
: Multiresistente Keime spielen im Alltag zum Glück keine große Rolle. Das ist bei schwer kranken Patienten etwa auf einer Intensivstation im Krankenhaus oder im Pflegeheim anders.