Stefan Stricker (Bild) ist Referent Rehabilitation und Nachsorge in der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe mit Sitz in Gütersloh.

Leben schon jüngere Menschen mit einem Schlaganfall-Risiko?

StrickerJa. Pro Jahr sind in Deutschland bis zu 14 000 Menschen unter 50 von einem Schlaganfall betroffen. Daten aus den USA und Schweden weisen auf einen Anstieg bei jungen Menschen hin. Für Deutschland ist dies noch nicht bewiesen. Wir gehen aber davon aus, dass sich der Trend bestätigen wird.

Sind die Warnzeichen unabhängig vom Alter?

StrickerIm Prinzip ja. Manche Schlaganfälle kündigen sich durch eine sogenannte transitorisch-ischämische Attacke an. Dabei treten in der Regel Symptome wie bei einem großen Schlaganfall auf, die sich jedoch nach kurzer Zeit zurückbilden. Deshalb nehmen viele Betroffene diese Zeichen gar nicht ernst. Das ist dann ein großer Fehler.

Fällt jungen Betroffenen die Wiedereingliederung in den Job leichter?

StrickerGrundsätzlich gilt: Je jünger der Mensch ist, desto größer ist das Rehabilitationspotenzial – abhängig jedoch von der Größe des Schlaganfalls. Viele Betroffene haben das Potenzial, in den Beruf zurückzukehren.