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Arbeitsaufwand steigt stetig

Von Klaus Hilkmann

Frage:

Hat die Aufgabenvielfalt für Hebammen zugenommen?

Fietz:

Ja, deutlich. Beispielsweise führt die Abkürzung des Klinikaufenthaltes der Wöchnerinnen von früher durchschnittlich fünf bis sechs auf inzwischen nur noch drei Tage zu einem erheblichen Mehraufwand. Zwar war die Wochenbettbetreuung schon vorher die Aufgabe der Hebammen. Die mit der früheren Klinikentlassung verbundene sehr frühe Betreuung der Mütter zu Hause verlagert aber einen Teil der von Kliniken geleisteten Aufgaben in den Arbeitsbereich der Hebammen.

Frage:

Was bedeutet das konkret?

Fietz:

Viele Komplikationen, die sonst in der Klinik aufgefangen wurden, müssen von den Frauen nun zu Hause bewältigt werden. Zum Beispiel funktioniert oft das Stillen noch nicht. Insgesamt ist der Überwachungs- und Betreuungsaufwand größer geworden.

Frage:

Ist auch der Beratungsbedarf vor der Geburt gestiegen?

Fietz.

Subjektiv empfinde ich das so. Auf jeden Fall sind viele Hebammen in die Schwangerenvorsorge eingestiegen, was bis vor einigen Jahren noch eine rein ärztliche Tätigkeit war. Inzwischen ist die Vorsorge eine normale Hebammenleistung, die von den Krankenkassen bezahlt wird.

Frage:

Die Tätigkeit der Hebamme ist also weit mehr, als die Begleitung des Geburtsvorgangs?

Fietz:

Ja, das ist schon seit vielen Generationen so. Bis 1955 war die Schwangerschaftsbetreuung eine reine Hebammentätigkeit. Die Ärzte waren bis dahin erst ab dem Zeitpunkt beteiligt, wenn es zur Geburt in die Klinik ging. Mittlerweile wissen es immer mehr Frauen zu schätzen, dass sie auch vor der Geburt durch eine Hebamme betreut werden können.

Frage:

Wie beurteilen Sie die Einrichtung eines Studienganges für Hebammenwissenschaften?

Fietz:

Das ist eine absolut sinnvolle Neuerung, weil auch die Hebammen an den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen interessiert sein müssen. Von vielen im Ausland veröffentlichten Studien, die für die praktische Arbeit wichtig sind, würde man ansonsten nichts erfahren.

Die Cloppenburger Hebamme Uschi Fietz (Bild) ist 1. Vorsitzende des Landeshebammenverbandes Niedersachsen.

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