Um diesen Artikel zu lesen, schließen Sie eines unserer Angebote ab oder loggen sich als Abonnent ein. Alle Inhalte auf NWZonline und in der NWZ-Nachrichten-App stehen Ihnen dann uneingeschränkt zur Verfügung.
Prof. Dr. Albrecht Elsässer (Bild) ist Direktor der Klinik für Kardiologie im Klinikum Oldenburg und Beiratsmitglied der Deutschen Herzstiftung.
FRAGE:
Ist Sport nach einem Herzinfarkt sinnvoll?
ELSÄSSER
: Patienten mit einem akuten Herzinfarkt benötigen zunächst eine Ruhephase, damit sich der verletzte Herzmuskel erholen kann. Der Patient kann aber schon relativ früh nach einem Infarkt, bei dem das verschlossene Herzkranzgefäß durch eine Dilatation und Stent-Implantation wieder geöffnet wurde, mit leichtem Training beginnen. Mit kontrollierter sportlicher Aktivität kann das sogenannte Kollateralwachstum im Herzmuskel aktiviert werden. Die kleinen Gefäße bilden dann Umgehungskreisläufe zwischen den großen Herzkranzgefäßen. So können bei Patienten mit veränderten oder verengten Gefäßen der Blutfluss und die Sauerstoffversorgung des Herzmuskels gesichert werden.
FRAGE:
Welches Training ist empfehlenswert?
ELSÄSSER
: Nach einem Herzinfarkt eignen sich insbesondere alle Formen des Ausdauertrainings. Joggen, Nordic Walking, Schwimmen oder Fahrrad fahren ist sinnvoll. Wichtig ist, dass vor Beginn des Trainings eine ärztliche Kontrolle erfolgt und man sich an die Vorgaben des Arztes hält.
FRAGE:
Wie wird die richtige Dosierung ermittelt?
ELSÄSSER
: Man kann die Belastungsintensität unter anderem mit einer Pulsuhr genau steuern. Die Zielfrequenz sollte mit dem behandelnden Kardiologen abgesprochen werden. Sehr gut eignet sich für Infarkt-Patienten das Training in einer Herzsportgruppe. Hier wird vermittelt, wie der Puls korrekt gemessen wird und wie weit man mit der Belastung gehen kann.