Bad Zwischenahn - Eine in der Regel im Rahmen einer ärztlich kontrollierten Rheuma-Therapie durchgeführte Rehabilitation zielt vor allem darauf ab, eine Remission der chronischen Erkrankung zu erreichen. Im besten Fall trägt die dreiwöchige Maßnahme dazu bei, dass die Erkrankung zum Stillstand kommt und weitere schmerzhafte Schübe sowie Schädigungen des Gelenk- und Organsystems in Grenzen gehalten oder sogar vermieden werden können.
Zwar ist Rheuma nach wie vor nicht heilbar. Dank bewährter und neu entwickelter Medikamente können inzwischen aber viele Patienten eine vergleichsweise gute Lebensqualität mit der in zahlreichen unterschiedlichen Varianten auftretenden Autoimmunerkrankung erreichen.
Die zumeist stationäre Reha soll den Behandlungsverlauf positiv unterstützen. Mit einer individuell an die Art und Ausprägung der Rheuma-Erkrankung angepassten Therapie soll der Patient während der Heil- bzw. Anschlussheilbehandlung körperlich und auch seelisch so weit stabilisiert werden, dass er mit deutlich weniger Beschwerden am Alltags- und Berufsleben teilnehmen kann. Eine rheumatologische Reha umfasst etliche Komponenten, die von einer Verbesserung des Bewegungsvermögens und Stärkung der Muskulatur bis hin zu Tipps für einen gesünderen Lebensstil reichen – inklusive Ernährungsberatung und Hilfsangeboten für die Zeit nach der stationären Reha.
Ist-Zustand feststellen
Zu Beginn der Reha erfolgt stets eine ärztliche Eingangsuntersuchung, auf deren Basis der Behandlungsplan erstellt wird. Neben einer umfassenden Anamnese und Feststellung des gesundheitlichen Ist-Zustands können weitere Diagnosemaßnahmen wie etwa Röntgen- und/oder Sonographie-Aufnahmen nötig sein, um ein klares Bild über die Schädigung von Gelenken, Organen und Weichteilen bekommen zu können.
Wenn die Rheuma-bedingten Probleme und Funktionseinschränkungen mit einer sorgfältigen Diagnostik festgestellt worden sind, wird gemeinsam mit dem Patienten ein zur Erkrankung und Leistungsfähigkeit passendes Therapieziel erstellt, erklärt Dr. Gilbert Rosar, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für orthopädische und rheumatologische Rehabilitation im Reha-Zentrum am Meer in Bad Zwischenahn: „Entscheidend ist, dass der Patient eine Strategie entwickelt, die ihm das Leben mit der chronischen Erkrankung erleichtert.“ Dazu gehören alltagstaugliche Verhaltenstipps und Übungen, die das Risiko für Entzündungsschübe verringern.
Multimodale Therapie
Ganz vorn steht bei der rheumatologischen Reha, die Mobilität mit einer multimodalen Therapie so gut es geht zu verbessern. Neben dem Erhalt der Funktionsfähigkeit geschädigter Gelenke steht die Beweglichkeit und Kräftigung der umgebenden Muskulatur im Fokus, sagt Dr. Rosar: „Die Reha bietet dem Patienten die Möglichkeit, unter Kontrolle eines interdisziplinären Teams mit spezialisierten Ärzten und Therapeuten herauszufinden, was ihm gut tut.“
Sinnvoll können zum Beispiel gelenk-entlastende Wassergymnastik sowie schmerz-lindernde physikalische Maßnahmen wie Moorpackungen oder Kälteanwendungen sein. Wichtig ist auch die Überprüfung des Ernährungsverhaltens. So empfiehlt die Deutsche Rheuma-Liga etwa den Verzehr bestimmter Fischsorten und einen weitgehenden Verzicht auf Schweinefleisch. Der Speiseplan sollte viel Gemüse und möglichst wenig Fett und Zucker enthalten.
