• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Kontakt
  • Werben
NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Wieder am Leben teilnehmen

17.10.2017

Bad Zwischenahn Rheuma ist der Sammelbegriff für mehr als 100 rheumatische Erkrankungen, die den gesamten Körper treffen können. Die chronische Polyarthritis ist die mit Abstand am weitesten verbreitete Erkrankungsform. Allein von dieser chronischen Gelenkentzündung ist nach Angaben der Deutschen Rheuma-Liga 0,5 bis ein Prozent der Bevölkerung in westlichen Industrieländern betroffen, wobei Frauen etwa doppelt so häufig erkranken wie Männer.

Erste Symptome zeigen sich meistens zwischen dem 30. und dem 40. Lebensjahr, können aber auch deutlich eher – sogar schon im Kindesalter – auftreten. Das Erkrankungsrisiko steigt mit zunehmenden Alter an. Neben einem langsamen, schleichenden Verlauf ist auch eine schnelle Verstärkung der Beschwerden und der damit verbundenen Zerstörung von Gelenkstrukturen möglich.

Finger und Zehen

Auslöser der Rheuma-Beschwerden ist eine Entzündung der Innenhaut der Gelenke, Sehnenscheiden oder Schleimbeutel, die infolge einer Störung des Immunsystems entsteht. „Das körpereigene Abwehrsystem richtet sich ohne erkennbaren Grund gegen den eigenen Organismus, was dann zu den Rheuma-typischen Entzündungsreaktionen führt“, erklärt der Rheumatologe Dr. Günter Dietz, Ärztlicher Direktor des Rehazentrums am Meer in Bad Zwischenahn. Die Entzündung führt letztlich zur Zerstörung der Gelenke.

Eine chronische Polyarthritis macht sich meistens zunächst durch Schwellungen, Überwärmung und morgendliche Gelenksteife bemerkbar. Als erstes sind bei den meisten Patienten die Grund- und Mittelgelenke der Finger oder Zehen betroffen. Die schmerzhaften Probleme können aber auch an anderen Gelenken auftreten. In seltenen Fällen sind auch Organe wie die Augen, das Herz oder die Lunge mitbetroffen. Die Erkrankung verläuft zumeist in Schüben, die oft über Wochen mit erheblichen Symptomverstärkungen verbunden sind.

Warum Rheuma entsteht, ist wissenschaftlich nach wie vor nicht ausreichend geklärt. Sicher ist aber, dass die Erkrankungswahrscheinlichkeit durch eine genetische Disposition begünstigt wird und äußere Faktoren wie vor allem Rauchen eine wichtige Rolle spielen.

Da die Erkrankung nicht heilbar ist, muss man mit Rheuma lebenslang zurechtkommen. Bei der Behandlung kommt es in erster Linie auf die Linderung der Symptome und – so gut es geht – den Erhalt der betroffenen Gelenke an. Je eher Rheuma erkannt und mittels einer konsequenten Therapie behandelt wird, desto größer ist die Chance, die Erkrankungsfolgen zu begrenzen. Auch dank gut wirksamer Medikamente ist Rheuma heute deutlich besser behandelbar als noch vor 20 Jahren, so dass sich die Lebensqualität der Patienten fast immer verbessern lässt.

Zudem können die heute zur Verfügung stehenden Medikamente den Zerstörungsprozess der Gelenke aufhalten, so dass weniger Ersatzoperationen erforderlich werden. Ohne eine qualifizierte medizinische Behandlung schreitet eine Rheuma-Erkrankung dagegen ungebremst immer weiter voran.

Beweglichkeit gewinnen

Bei einem schlimmen Verlauf müssen Betroffene nach wie vor mit bleibenden Behinderungen bis hin zur Invalidität rechnen, betont Dr. Dietz: „Wer infolge der Gelenkzerstörung seine Finger, Zehen oder andere Gliedmaßen nicht mehr richtig nutzen kann, wird zunehmend immobil und kann immer weniger am privaten und beruflichen Leben teilnehmen.“ Nicht selten ist dann eine Gelenkersatzoperation die einzige Möglichkeit, verloren gegangene Beweglichkeit und Lebensqualität zurückzugewinnen.

Nach der OP müssen die Patienten lernen, mit dem künstlichen Gelenk umzugehen. Die Grundlage dafür wird in einer zumeist dreiwöchigen Reha gelegt, die sich nach der Operation und der Wundheilung in der Regel nahtlos an den Klinikaufenthalt anschließt. Im Rehazentrum am Meer werden pro Jahr durchschnittlich etwa 500 Patienten behandelt, die wegen einer schweren chronischen Polyarthritis mit einem künstlichen Gelenk versorgt worden sind.

Die Rehazielt bei Rheuma-Patienten in erster Linie auf den Erhalt und die Verbesserung der Mobilität ab. Im Rehazentrum am Meer werden vor allem Patienten behandelt, die mit einer Endoprothese an der Hüfte, am Knie, an der Schulter oder am Sprunggelenk versorgt wurden, berichtet Dr. Günter Dietz: „Das Ersatzgelenk ermöglicht vielen Patienten wieder Bewegungen, die zuvor nur noch mit großen Schmerzen oder gar nicht mehr durchführbar waren.“

Der Aufenthalt in der Reha beginnt mit einem ausführlichen Anamnesegespräch mit einem Rheumatologen, bei dem der Arzt einen Einblick in die Krankengeschichte gewinnt. Je nach Art und Schwere der Erkrankung sowie Leistungsfähigkeit wird dann ein Reha-Therapieplan erstellt. „Das Reha-Ziel wird gleich zu Beginn gemeinsam mit dem Patienten festgelegt, im weiteren Verlauf regelmäßig mit dem Arzt besprochen und wenn nötig angepasst“, so Dr. Dietz. Meistens reiche eine dreiwöchige stationäre Reha aus, um den Patienten an den Gebrauch des künstlichen Gelenks zu gewöhnen.

Alles zum Thema Gesundheit finden Sie hier!

NWZonline.de/gesundheit
Alles zum Thema Gesundheit finden Sie hier!

Weitere Nachrichten:

Polyarthritis | Rheuma-Liga