Hans Kozlowski (Bild) ist Leiter des Jugendhilfezen­trums der Stadt Oldenburg.

Was erwartet unbegleitete Flüchtlingsjugendliche bei ihrer Ankunft

KozlowskiAls Erstes sorgen wir dafür, dass die jungen Menschen gut ankommen und zur Ruhe kommen können. Wir zeigen ihnen ihr Zimmer und erklären ihnen das neue Umfeld, so dass sie sich keine Sorgen um ihre Sicherheit machen müssen. Darüber hinaus hat die Stadt Oldenburg zusammen mit unserer Einrichtung das Oldenburger Gesundheitsheft entwickelt, in dem das weitere Vorgehen klar geregelt ist.

Was sind wichtige Inhalte?

KozlowskiZum Beispiel gehen wir gleich in der ersten Woche mit dem jungen Menschen zu einem niedergelassenen Arzt, wo eine Grunduntersuchung und wenn nötig auch Impfungen vorgenommen werden. Zudem erfolgt eine Röntgenuntersuchung in einer Klinik – etwa, um zunächst nicht erkannten Verletzungen oder Erkrankungen auf die Spur zu kommen.

Was ist, wenn Trauma-Probleme offenkundig erkennbar sind?

KozlowskiDann suchen wir sehr schnell den Kontakt zur Kinder- und Jugendpsychiatrie und stellen den Jugendlichen dort vor. Mittlerweile verfügt die Klinik in Oldenburg auch über Psychologen mit Migrationshintergrund, so dass zumeist schnell geklärt ist, welche Hilfen der junge Mensch benötigt. Meine Erfahrung ist allerdings, dass dies ein schwieriges Unterfangen ist. Viele Jugendliche aus Bürgerkriegsgebieten, die eigentlich eine psychologische Behandlung brauchen würden, lassen sich nicht darauf ein – etwa, weil der Stellenwert der Psychologie in ihren Heimatländern niedrig ist.