Berlin - Auf den ersten Blick ist die Tendenz beim Alkoholkonsum positiv. Nach aktuellen Erhebungen ist der Verbrauch von Bier, Wein und hochprozentigen Getränken in den letzten 40 Jahren bundesweit insgesamt gesunken. Das Gleiche gilt nach Angaben der DGVS für die Häufigkeit des Rauschtrinkens, bei dem an einzelnen Tagen deutlich überhöhte Alkoholmengen konsumiert werden. Dessen ungeachtet sei der Durchschnittsverbrauch in Deutschland mit rund elf Litern reinen Alkohols pro Kopf noch immer deutlich zu hoch. Mit dieser Menge, die rund 220 Litern Bier oder 88 Litern Wein entspricht, zähle Deutschland zu den Hochkonsumländern.

„Viele Menschen sind sich nicht im Klaren darüber, dass sich ihr Trinkverhalten bereits in einem problematischen Bereich bewegt“, betont Prof. Dr. Heiner Wedemeyer, Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie an der Medizinischen Hochschule Hannover. Für Männer gilt eine tägliche Alkoholmenge von 24 Gramm als riskant, was einem halben Liter Bier oder einem Glas Wein entspricht. Für Frauen ist dieser Wert halb so hoch.

Zur Schonung der Gesundheit empfiehlt Prof. Wedemeyer abgesehen von einem insgesamt maßvollen Konsum, dass man mindestens zwei Tage pro Woche auf Alkohol verzichtet. Wer regelmäßig mehr trinkt, riskiere schwere gesundheitliche Schäden.