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nordwest-zeitung

Korrektur Brackets oder Aligner: Zahnspangen bei Erwachsenen

Bernadette Winter

Berlin/KÖln - Eine Zahnspange betrachten viele vor allem als Jugendphänomen. Dabei kommt sie auch bei Erwachsenen zum Einsatz – zum Beispiel, wenn die Zähne zu schief oder zu eng stehen.

Das hat nicht nur ästhetischen Nutzen, sondern kann auch ganz praktische Vorzüge bieten. So seien eng stehende Zähne schlechter zu putzen, erklärt der Kieferorthopäde Hans-Jürgen Köning. Das ziehe ein erhöhtes Risiko für Zahnfleischentzündungen nach sich.

Bei manch einem haben sich die Zähne im Laufe der Zeit verschoben – das kann auch Menschen passieren, die früher eine Spange hatten. Ein Grund können durchbrechende Weisheitszähne sein, die Druck aufbauen, erläutert Köning, der Bundesvorsitzender des Berufsverbands der Deutschen Kieferorthopäden ist. Bei jungen Erwachsenen können Wachstumsveränderungen zu Zahnfehlstellungen führen.

Notwendig werden kann eine Spange aber auch dann, wenn die Stabilität einer Brücke verbessert werden muss. „Der Kieferorthopäde arbeitet in diesem Fall dem Zahnarzt zu“, erklärt Köning. Er stelle zunächst die sogenannten Pfeilerzähne gerade, ehe dann die Brücke angebracht werden kann.

Kieferknochen muss Korrektur hergeben

Aus welchen Gründen man sich auch für eine Spange entscheidet: Ein Kieferorthopäde muss beurteilen, ob der Kieferknochen eine Korrektur zulässt. „Wer beispielsweise starker Raucher ist, hat ein Risiko für Knochenabbau, da müsste man vorsichtig sein“, erläutert Dirk Kropp, Geschäftsführer der Initiative ProDente.

Klar ist: Eine Korrektur durch eine Spange ist schwieriger und man muss mehr Geduld haben als noch zu Jugendzeiten. „Die Umbauvorgänge im Knochen sind an sich gleich“, erklärt Kieferorthopäde Köning. Aber bei Erwachsenen dauere es etwas länger, bis das wieder in die Gänge komme. Bei Schwangeren dagegen gehe es etwas schneller.

Die Wahl zwischen Brackets und Alignern

Bei der Behandlung falle die Wahl in der Regel auf festsitzende Apparaturen, sagt Köning. „So lassen sich gezielter bestimmte Zähne oder Zahngruppen bewegen.“ Zudem muss man sich nicht disziplinieren und regelmäßig daran denken, die Spange einzulegen. Nur in absoluten Ausnahmen werde mit einer herausnehmbaren Spange gearbeitet.

Bei den festsitzenden Apparaturen ist den Experten zufolge die Hygiene extrem wichtig. „Es gibt deutlich mehr Nischen, in denen sich Essenreste festsetzen können, deshalb müssen Brackets mit speziellen Hilfsmitteln gereinigt werden“, so Köning. In dieser Hinsicht besser sind Brackets, die auf der Innenseite platziert werden. Die sind jedoch nicht ganz so komfortabel und können Probleme bei der Aussprache machen.

Eine Alternative sind herausnehmbare Kunststoffschienen, Aligner genannt. Aber die sind laut Köning nicht bei allen Fehlstellungen geeignet. Erwachsene wählen diese Variante gerne, weil sie unsichtbar und zeitweise herausnehmbar ist. Wobei: „22 Stunden muss man sie aber schon tragen“, schränkt der Kieferorthopäde ein.

Schmerzen sind möglich

Das Tragen kann je nach eigenem Empfinden auch mal schmerzhaft sein, geben die Experten zu bedenken. „Man zieht an der härtesten Substanz, die der Körper bietet und die auch noch im Kieferknochen verankert ist“, sagt Kropp. „Das kann nicht ohne Druck und Ziehen abgehen.“

Nach Abschluss der Behandlung wird ein Retainer angebracht: ein Draht, den der Arzt zur dauerhaften Stabilisierung von innen anklebt. So wird verhindert, dass sich der korrigierte Bereich zurückbewegt.

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