Berlin - Rund zwei Millionen Menschen leiden nach Angaben des Infozentrums für Prävention und Früherkennung hierzulande an einer Schuppenflechte (Psoriasis). Die entzündliche Erkrankung betrifft nicht nur die Haut, sondern wirkt sich auf den gesamten Organismus aus. So kann sie etwa zu Gelenk- sowie zu Stoffwechselerkrankungen führen.
Differenziert diagnostizieren
Etwa ein Drittel der Erkrankten entwickelt im Laufe der Zeit eine sogenannte Psoriasis-Arthritis (PSA). Diese Form der Gelenkerkrankung ähnelt häufig einer rheumatoiden Arthritis. Die Behandlung gleicht sich jedoch nicht in allen Fällen. Um diese Begleiterkrankung gezielt behandeln zu können, müssen Ärzte daher zunächst die Diagnose sichern. Anhand von Bluttests können Labormediziner nach bestimmten Antikörpern suchen, die sogenannten Rheumafaktoren bestimmen und nach genetischen Markern suchen, um die Art der Gelenkerkrankungen zu unterscheiden.
Stoffwechsel im Blick behalten
Menschen mit Schuppenflechte tragen zudem ein höheres Risiko für metabolische Erkrankungen. Denn: Stoffwechsel und Entzündungssystem sind eng miteinander verzahnt. So tritt bei Psoriasis-Patienten etwa häufiger Diabetes auf. Ist die Schuppenflechte sehr stark ausgeprägt, steigt außerdem zumeist die Gefahr, dass die Leber vernarbt (Fibrose).
In beiden Fällen dient der Blutzuckerwert als ernstzunehmendes Warnsignal. Liegt er höher als normal, weist das auf eine beginnende Diabetes-Erkrankung hin. Zudem lässt sich mittels Kontrolle des Nüchternblutzuckerwertes feststellen, ob eine Insulinresistenz vorliegt.
Studien zufolge gehört diese zu den frühen Warnzeichen für Veränderungen im Lebergewebe.
Ein- bis zweimal im Jahr zum Blutzuckertest
Fachmediziner empfehlen daher: Bei Patienten mit leichterer Psoriasis sollten alle zwölf Monate mittels Bluttest die Glukosewerte im Blut bestimmt werden. Verläuft die Psoriasis schwer und muss daher das Immunsystem behandelt werden (systemische Therapie), sollte der Glukosewert alle sechs Monate kontrolliert werden. Studien zeigen: Bereits in jungen Jahren müssen Menschen mit Schuppenflechte eine höhere Krankheitslast schultern. Im Alter bis 20 Jahre haben 14 Prozent der Psoriasis-Patienten eine Begleiterkrankung.
