Prof. Dr. Gustav Dobos (Bild) ist Direktor der Klinik für Naturheilkunde und Integrative Medizin der Kliniken Essen-Mitte.

In welchen Bereichen ist TCM besonders empfehlenswert?

DobosMethoden der Traditionellen Chinesischen Medizin – vor allem die Akupunktur – werden besonders häufig bei Schmerzerkrankungen eingesetzt. Eine gute Wirksamkeit ist unter anderem bei Rückenschmerzen und einer Kniearthrose nachgewiesen. Das Gleiche gilt auch bei der Behandlung einer Migräne und Spannungskopfschmerzen sowie bei diversen anderen Schmerzsyndromen. Eine gute Datenlage liegt zudem bei Schwangerschaftserbrechen und chemotherapieinduzierter Übelkeit vor. Auch beim Reizdarmsyndrom und Heuschnupfen gibt es positive Ergebnisse.

Eignet sich TCM vor allem bei chronischen Erkrankungen?

DobosAkupunktur kann bei akuten und chronischen Schmerzen eingesetzt werden. Sie ist zum Beispiel Bestandteil der nationalen Versorgungsleitlinie zum Kreuzschmerz. TCM-Methoden können sich auch zur Verhinderung von Erkrankungen eignen. Bei chronischen und funktionellen Erkrankungen werden häufig Methoden der TCM angewendet, weil konventionelle Behandlungsmethoden oft nicht ausreichend wirken oder Nebenwirkungen hervorrufen.

Gibt es Erkrankungen, bei denen der Einsatz nur begrenzt möglich ist?

DobosJa. Das ist dann der Fall, wenn schwere strukturelle Schäden wie etwa ein Herzinfarkt, ein Nierenversagen oder eine fortgeschrittene Krebserkrankung vorliegen. In diesen Fällen sind die Möglichkeiten der TCM begrenzt.