Oldenburg - Die Ursachen einer angeborenen Schwerhörigkeit lassen sich im Wesentlichen in drei Gruppen aufteilen. Eine davon – Infektionen der Mutter wie eine Röteln-Erkrankung in der Schwangerschaft – sei in den letzten Jahren rückläufig, so Dr. Rüdiger Schönfeld. Vor allem infolge der verbesserten Diagnostik sind dafür vermehrt genetische Gründe festgestellt worden, bei denen ein Elternteil selbst schwerhörig zur Welt gekommen ist oder entsprechende Gene in sich trägt.

Dazu kommt mit den sogenannten Risiko-Kindern eine dritte Gruppe. Bei ihnen ist die körperliche Entwicklung wegen einer sehr frühen Geburt nicht abgeschlossen, oder die Mutter hat regelmäßig Alkohol, Drogen oder Medikamente in der Schwangerschaft konsumiert. Zudem könne eine Plazentainsuffizienz, die zu einer mangelhaften Sauerstoffversorgung des ungeborenen Kinds führt, neben anderen Schäden eine Hörminderung verursachen.

Innerhalb der ersten Lebensjahre können zahlreiche Gründe zu einer erworbenen Hörstörung führen. Meistens handelt es sich dann um eine Schallleitungsschwerhörigkeit, bei der die akustischen Reize nicht übertragen werden können, weil die Gehörgänge oder das Mittelohr erkrankt sind. Eine Ursache kann neben Erkältungen oder einer Mittelohrentzündung eine Vergrößerung der Rachenmandeln sein. Das Problem lässt sich meistens durch eine medikamentöse Behandlung, dem Ansaugen des blockierenden Sekrets oder dem Entfernen der Rachenmandeln beseitigen.