BOCHUM - „An eine normale Arbeit war zuletzt nicht mehr zu denken. Ich musste immer damit rechnen, plötzlich einzuschlafen oder mich nicht mehr auf den Beinen halten zu können.“ Für den pensionierten Lehrer Wilhelm Treuten war seine Narkolepsie-Erkrankung vor allem während des Unterrichts ein dauernder Unsicherheitsfaktor. Insbesondere in unvorhersehbaren Situationen – etwa in einer Vertretungsstunde – seien die Symptome immer wieder aufgetreten.

Die ersten Warnhinweise habe er etwa mit 40 wahrgenommen, berichtet der heute 66-Jährige aus Bochum. Aber erst nach einer längeren Ärzte-Odyssee wurde die Narkolepsie erkannt und dann auch richtig behandelt. Zunächst sei seine Tagesschläfrigkeit beispielsweise einer Diabetes und einer Schilddrüsenerkrankung zugeschrieben worden.

Wirkliche Besserung habe ihm erst vor einigen Jahren eine Therapie mit einer neuen medikamentösen Einstellung bei Prof. Dr. Sylvia Kotterba gebracht. Inzwischen kommt er einmal pro Jahr zum Check ins Schlaflabor nach Westerstede. Neben den zuvor starken Nebenwirkungen bis hin zu schlimmen Albträumen und Halluzinationen seien nun auch die Narkolepsie-Symptome zurückgegangen, berichtet Treuten: „Früher hatte ich täglich oft mehrere Schlafattacken. Heute kommt das höchstens noch zwei- oder dreimal im Monat vor.“