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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Unbekannte Schmerz-Auslöser

08.01.2019

Brake Die in der Leber gebildete Galle ist eine Flüssigkeit, die in erster Linie die Aufgabe hat, fetthaltige Stoffe im Rahmen des Verdauungsprozesses zu verarbeiten. Das funktioniert, in einfachen Worten erklärt, indem die Gallenflüssigkeit aus der Leber über die Gallengänge in den Zwölffingerdarm fließt und die Verdauungsprozesse im Darm dabei unterstützt, Fette zu verdauen und andere wichtige Nährstoffe aufzunehmen.

Bei einem erwachsenen Menschen produziert die Leber pro Tag rund 700 Milliliter Gallenflüssigkeit, was in der Regel weitgehend zur Bedarfsdeckung ausreicht. Die an der Unterseite der Leber sitzende, mit einer muskulären Wundschicht ausgestattete Gallenblase kann bis zu 70 Milligramm Gallenflüssigkeit speichern, die der Körper automatisch als Reservoir nutzen kann, wenn – etwa nach einer besonders fettreichen Mahlzeit – eine zusätzliche Gallenflüssigkeitsmenge für die Verdauung benötigt wird.

Die in der Leber produzierte Galle wird während einer Mahlzeit verstärkt über kleine Kanäle in den Hauptgallengang abgegeben und fließt von dort in den auch als oberer Dünndarm bezeichneten Zwölffingerdarm, wo sie für den Verdauungsprozess genutzt wird. Ein Teil der Galle fließt über den Gallenblasengang in die in einer Art Sackgasse liegende Gallenblase, die bei einer starken Füllung eine Größe von zehn mal fünf Zentimeter erreichen kann. Bei einer besonders fettreichen Mahlzeit zieht sich die Gallenblase zusammen und gibt Flüssigkeit in den Dünndarm ab, um an der Verarbeitung des dort angekommenen Nahrungsbreis mitzuwirken.

Kristalle verklumpen

Neben dem Hauptbestandteil Wasser enthält die Galle auch bestimmte Salze und Fette sowie Cholesterin und Farbstoffe, die im Zuge des Abbaus roter Blutkörperchen in der Leber entstehen und der Gallenflüssigkeit ihre olivgrüne oder bräunliche Farbe geben. Bei den sogenannten Gallensteinen handelt es sich um Ansammlungen von Kristallen, die meistens überwiegend aus Cholesterin bestehen und zu Steinen verklumpen. Die Kristalle entstehen größtenteils in der Gallenblase und deutlich seltener in den sehr feinen Gallengängen. Beschwerden stellen sich ein, wenn der Fluss der Gallenflüssigkeit durch Gallensteine behindert wird, die eine Größe von wenigen Millimetern bis zu einigen Zentimetern haben können.

Typische Gallenstein-Symptome sind mitunter sehr heftige kolikartige Schmerzen im rechten Oberbauch, die in den Rücken ausstrahlen und über eine Stunde anhalten können, bis sie für unbestimmte Zeit von selbst wieder verschwinden. Vor allem wenn die Gallengänge betroffen sind, könne es zusätzlich zu den Schmerzen zu ernsthaften Komplikationen und Folgeerkrankungen kommen, erklärt Dr. Martin Krakor, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin/Gastroenterologie und Endoskopie im St. Bernhard-Hospital Brake: „Unter anderem muss man dann mit einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse rechnen, die im schlimmsten Fall lebensbedrohlich verlaufen kann.“

Ungünstige Position

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass in westlichen Industrieländern je nach Alter und Geschlecht rund 20 Prozent der Menschen mit Gallensteinen in der Gallenblase leben – meistens ohne davon zu wissen. Bei mindestens 20 Prozent davon verursachen die Gallensteine früher oder später Probleme, weil sie sich in einer ungünstigen Position befinden oder zu groß für einen ungehemmten Abfluss sind. Nur in diesen Fällen ist eine medizinische Intervention nötig: „Wenn sie keine Beschwerden verursachen, ist keine Therapie erforderlich und die Gallensteine können einfach in der Gallenblase verbleiben.“

Anders ist das, wenn Gallensteine für Probleme sorgen. Viele Betroffene leiden immer wieder unter starken Koliken und suchen erst Hilfe, wenn sie die Schmerzen nicht mehr aushalten können“, berichtet Dr. Krakor. Bei der Diagnostik bringt zumeist bereits ein Anamnese-Gespräch erste sichere Hinweise. Der Verdacht lässt sich anschließend zuverlässig und schnell mit einer speziellen bildgebenden Ultraschalluntersuchung aufklären, mit der ein Blick ins Innere der Gallenblase und der angrenzenden Gänge möglich ist.

Ein großer Leidensdrucksei für die meisten Patienten der Grund, sich in Absprache mit dem Arzt für eine Entfernung der Gallenblase zu entscheiden, berichtet Dr. Martin Krakor: „Insbesondere bei wiederholt auftretenden Koliken oder einer akuten Entzündung der Gallenblase ist dies in der Regel die beste Therapie, um schmerzgeplagte Patienten von dem Gallenstein-Problem zu befreien und das ansonsten bestehende Risiko für Folgeerkrankungen auszuschalten.“ Im St. Bernhard-Hospital Brake werden von einem spezialisierten, interdisziplinär zusammenarbeitenden Team pro Jahr rund 120 Gallenstein-Operationen durchgeführt, für die in den Fachabteilungen modernste medizinische Instrumente und Geräte bereitstehen.

Für den Eingriff kommen je nach Art und Schwere des Problems mehrere Verfahren infrage. Anders als vor 30 Jahren kommt der überwiegende Teil der Betroffenen heute ohne eine offene Bauch-OP und die dafür nötigen Schnitte aus. Wenn keine akute Entzündung der Gallenblase vorliegt, kann sie fast immer mittels einer Bauchspiegelung entnommen werden.

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