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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Geschlossene Geburtshilfe: „Die Frauen spüren es hautnah“

02.05.2019

Brake „Erschüttert“ von der Schließung der gynäkologischen Station der Helios-Klinik – so beschreibt das Team der Beratungsstelle Donum Vitae die aktuelle Stimmung. Schon jetzt seien die negativen Auswirkungen „deutlich und für die Frauen hautnah zu spüren“.

„Die Schwangeren müssen jetzt weite Wege auf sich nehmen“, sagt Mechthild Frenking, Leiterin der Beratungsstelle. Dass für junge Familien die Geburt der Kinder in der Wesermarsch nicht mehr möglich ist, sei sehr schade.

Und noch eine weitere Folge der Schließung bedauert man sehr. „In der Gynäkologie in Nordenham gab es die Möglichkeit, nach einer Fehlgeburt auch in der frühen Schwangerschaft die Föten in Abbehausen zu bestatten. Das war Eltern wichtig und ist jetzt nicht mehr so einfach möglich.“

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Nicht nur für Geburten war die gynäkologische Station in der Helios-Klinik ein wichtiger Anlaufpunkt. Auch Abtreibungen wurden dort vorgenommen. Das ist kein Eingriff, dem sich Frauen leichtfertigunterziehen, der Weg wird ihnen durch den Wegfall der Station nun noch schwerer gemacht.

Die Beratungsstelle Donum Vitae bietet Schwangerschaftsberatungen an. 2018 hatten 432 Frauen und gegebenenfalls ihre Partner an einem Gespräch teilgenommen, 153 gleich mehrfach. Die Beratungen haben zum Ziel, bei Unsicherheiten und Ängsten der Mütter oder den Elternpaaren zu helfen und Aufklärung über Hilfsangebote und finanzielle Regelungen zu geben.

Sehr zeitintensiv sind die psychosozialen Beratungen. Sie betreffen die individuelle Situation der Schwangeren – dazu können Gewalterfahrungen, eine Suchtproblematik oder eine zu hohe Belastung und Unzufriedenheit gehören. Das Angebot wird auch von alleinerziehenden Müttern genutzt.

Teil des Angebots von Donum Vitae sind auch Schwangerschaftkonfliktberatungen nach § 218. Dort bieten die Beraterinnen den Schwangeren Raum für ihre oft widersprüchlichen Gefühle. Sie informieren über die Handlungsmöglichkeit und Rahmenbedingungen für einen Schwangerschaftsabbruch und stellen auf Wunsch auch den Beratungsnachweis aus.

Die Gründe dafür, einen Schwangerschaftsabbruch in Erwägung zu ziehen, seien sehr individuell, heißt es im Bericht von Donum Vitae. Nach Auswertung der eigenen statistischen Daten werden an erster Stelle für einen möglichen Abbruch berufliche Gründe genannt. Dazu gehörten zum Beispiel befristete Beschäftigungsverhältnisse und die Angst, dass nach Bekanntgabe der Schwangerschaft der Arbeitsvertrag nicht verlängert wird.

An zweiter Stelle stünden partnerschaftliche Gründe, heißt es in dem Bericht. Die Frage, ob die Partner eine verantwortungsvolle Elternschaft eingehen will, lasse einige Frauen an der Entscheidung zweifeln, ein Kind auszutragen. Mehrfach nannten Frauen die fehlende Unterstützung des Partners in der Erziehungsverantwortung, für die schon gemeinsamen Kinder oder die Haushaltsverantwortung. Sie fühlen sich überfordert und allein gelassen. 20 Prozent der Klientinnen gaben in der Beratung an, dass der Kindsvater die Schwangerschaft ablehnt.

34 alleinlebende Frauen haben sich nach den Zahlen von Donum Vitae für einen Schwangerschaftsabbruch entschieden. Davon waren 16 bereits Mütter eines oder mehrerer Kinder. In sieben Fällen wurden Gewalterfahrungen in der Partnerschaft als Grund genannt. In fünf Fällen nahmen Frauen nach dem Abbruch weitere Beratungen in Anspruch.

Ein wichtiges Thema für die Beraterinnen bei Donum Vitae sind Teenagerschwangerschaften. Elf Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren wurden im vergangenen Jahr beraten, dazu kamen 41 Jugendliche im Alter von 18 bis 21 Jahren. Bei der Gruppe der jungen Mädchen entschieden sich sechs für das Kind. „Mit unserer Unterstützung, der Hilfe von Familienhebammen, finanzieller Hilfe und dem Kennenlernen von Mutter-Kind-Einrichtungen kann das Hineinwachsen in die Mutterrolle gelingen“, heißt es bei Donum Vitae. Man überlege gemeinsam mit den jungen Müttern, wie sich ihre Bedürfnisse in diese neue Rolle integrieren ließen.

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Friederike Liebscher Berne/Lemwerder / Redaktion Brake
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