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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Aufstoßen und Brennen im Hals

26.06.2018

Brake Die bei Erwachsenen zumeist zwischen 22 und 25 Zentimeter lange Speiseröhre wird bei jedem Schluckvorgang und jeder Nahrungsaufnahme beansprucht. Sie stellt als Teil des oberen Verdauungstraktes die Verbindung zwischen dem unteren Rachen und dem Magen her. Während der obere Teil der Speiseröhre direkt hinter der Luftröhre und vor der Wirbelsäule liegt, durchläuft das schlauchartige Organ in seinem unteren Teil das Zwerchfell und mündet schließlich im Magen. Insbesondere bei einem Bruch des Zwerchfells kann das Problem entstehen, dass der mit der Speiseröhre verbundene Magen immer weiter nach oben bis in die Brusthöhle gerät.

Die Speiseröhre hat im Wesentlichen die Aufgabe, die im Mund aufgenommene und dort angedaute Nahrung in die nächste Station der Verdauungskette zu befördern. Dass der Speise- und Getränkebrei automatisch abwärts in den Magen gelangt, wird bei gesunden Menschen durch ein komplexes Muskelsystem ermöglicht, das beim Essen und Trinken immer wieder aufs Neue für wellenartige Kontraktionen in der Speiseröhre sorgt.

Rückfluss von Säure

Im Eingangsbereich des Magens verhindert eine muskuläre Verschlusssicherung, dass es zu einem Rückfluss des weiter verdauten Mageninhalts und der dabei gebildeten Säure kommt. Bei der Refluxkrankheit funktioniert dieser Mechanismus nicht mehr wie gewünscht, wofür verschiedene Gründe verantwortlich sein können.

Reflux-Beschwerden entstehen, weil die Schleimhäute der Speiseröhre durch zurückfließende aggressive Säuren angegriffen werden, die beim Verdauungsprozess im Magen und in der Galle anfallen. Betroffene leiden insbesondere unter häufigem sauren Aufstoßen sowie einem brennenden Schmerz im Brust- und Halsbereich – dem sogenannten Sodbrennen, das vom Oberbauch aus bis in den oberen Bereich der Speiseröhre ansteigt. Zudem kann es unter anderem zu Schluckbeschwerden, Hustenattacken und einem Rückfluss von Speiseresten kommen-

Entsprechende Beschwerden können sehr unangenehm sein. Da sie aber häufig eine natürliche vorübergehende Reaktion auf ein schlecht bekömmliches Ess- oder Trinkverhalten sind, gehen sie meistens nach einiger Zeit von selbst wieder vorüber.

Anders ist das bei krankhaften Ursachen wie etwa einem Zwerchfellbruch, einer Funktionsstörung des Speiseröhrenmuskels oder einer Diabetes-bedingten Entleerungsstörung des Magens.

Auch Schwangere leben infolge des veränderten Hormonhaushalts sowie des Dauerdrucks im Bauchraum mit einem erhöhten Risiko für vermehrt auftretendes Sodbrennen, wobei die Probleme nach der Entbindung in der Regel wieder verschwinden. Nicht zuletzt kann auch die Einnahme bestimmter Medikamente, das Tragen sehr enger Kleidung sowie starkes Übergewicht für Reflux-Probleme verantwortlich sein, erklärt Dr. Jan Henrik Herrfurth, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie in St.-Bernhard-Hospital Brake: „Sodbrennen kann durch alles ausgelöst werden, was auf den Bauch- und Magenraum drückt.“

Oft helfen Medikamente

Wenn immer wieder Reflux-Beschwerden auftreten, sollte man seinen Hausarzt aufsuchen. Oft reichen verschriebene Medikamente, mit denen die Säureproduktion im Magen blockiert wird, für eine deutliche Linderung der Beschwerden aus.

Wenn dies nicht gelingt oder die Medikamente über einen langen Zeitraum eingenommen werden müssen, kann eine weitere Abklärung und Behandlung bei einem Gastroenterologen erforderlich sein, der neben anderen Verfahren vor allem eine Magenspiegelung für eine sichere Diagnose durchführen kann. In Ausnahmefällen zeigt sich dann, dass eine Operation sinnvoll ist.

Eine frühzeitige Abklärung mittels einer qualifizierten Diagnostik ist aus mehreren Gründen wichtig, betont Dr. Herrfurth: „Eine Refluxkrankheit kann heute meistens mit sehr gutem Erfolg behandelt werden. Ohne qualifizierte Gegenmaßnahmen kann sie sich aber immer weiter verschlimmern und mit einem erheblichen Leidensdruck verbunden sein.“

Beim größten Teilder Reflux-Patienten reicht eine medikamentöse Behandlung aus. Auch eine Veränderung des Lebensstils kann sich positiv auswirken. Das gilt vor allem für das Ess- und Trinkverhalten sowie für den Verzicht auf Nikotin. Wenn schwerwiegende Beschwerden allerdings auch nach einer längeren ärztlichen Behandlung nicht abklingen, kann eine Operation sinnvoll sein, erklärt Dr. Jan Henrik Herrfurth.

Basierend auf den vorliegenden Befunden und den Symptomen erfolgt vor einem operativen Eingriff immer eine umfangreiche Diagnostik. Dazu gehören unterschiedliche Untersuchungen, wie etwa eine Röntgen-Breischluck-Untersuchung auf einer Kopfstandliege, mit der sich die Rückflussneigung vom Magen in die Speiseröhre nachweisen lässt. Zusätzlich können zum Beispiel Speiseröhren-Druckmessungen oder 24-Sunden-Messungen des Ph-Werts zur Anwendung kommen. Nicht zuletzt wird mit der Diagnostik auch abgeklärt, ob und wie weit der Magen vom Bauchraum in den Brustkorb gerutscht ist.

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