NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Schaufensterkrankheit: Wenn jeder Schritt schmerzt

20.04.2021

Brake Die Periphere Arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) verursacht im Anfangsstadium zumeist keine starken Beschwerden und bleibt oft lange Zeit unerkannt. Meistens stellen sich zunächst harmlose Symptome wie kalte Füße ein. Im weiteren Verlauf können schon nach kurzen Wegstrecken heftige Schmerzen in der Wade oder im Oberschenkel auftreten, was auch als Schaufensterkrankheit bezeichnet wird. Betroffene müssen ähnlich wie bei einem Einkaufsbummel von Schaufenster zu Schaufenster immer wieder eine Pause einlegen, weil jeder weitere Schritt mit Schmerzen verbunden ist.

In fortgeschrittenen Stadien sind häufig nur noch wenige Meter an einem Stück möglich. Die Schmerzen treten dann zunehmend auch nachts im Ruhezustand auf. Ohne eine rechtzeitige ärztliche Behandlung kann es im weiteren Krankheitsverlauf zu irreparablen Gewebeschäden kommen, die Geschwüre und schlecht heilende Wunden verursachen sowie im schlimmsten Fall eine Amputation erforderlich machen.

In westlichen Industrieländern leiden bis zu 20 Prozent der Erwachsenen unter Symptomen der Schaufensterkrankheit. Das Erkrankungsrisiko steigt mit dem Alter – spätestens ab dem 70.en Lebensjahr – erheblich an, berichtet die Deutsche Gesellschaft für Angiologie - Gesellschaft für Gefäßmedizin (DGA).

Blutfluss wird behindert

Eine PAVK entsteht in der Regel in Folge einer Atherosklerose, bei es es vom Kopf bis zum Fuß im gesamten Körper zu einer Verengung bzw. Verkalkung der zum Herzen führenden Gefäße gekommen ist. Bei der Schaufensterkrankheit sind in erster Linie die Arterien des Beckens und der Beine betroffen. Die Beschwerden entstehen, weil durch die Gefäßengpässe- oder sogar Verschlüsse der Blutfluss und somit die Sauerstoffversorgung behindert wird.

Als Folge kann die Muskulatur in den betroffenen Bereichen ihre Funktion nicht mehr erfüllen. „Bei einer Schaufensterkrankheit muss man schon nach kleineren Beanspruchungen mit starken Schmerzen in einem oder beiden Beinen rechnen“, erklärt Tina Kock, Leitende Oberärztin der Gefäßchirurgie im St. Bernhard-Hospital Brake.

Die Schaufensterkrankheit sorgt nicht nur für einen deutlichen Verlust an Lebensqualität. Da sich oft auch in den zum Herzen oder Gehirn führenden Arterien gefährliche Ablagerungen in den Gefäßen gebildet haben, leben Betroffene mit einem erhöhten Risiko für einen Schlaganfall oder Herzinfarkt. Aktuelle Studien zeigen, dass eine fortgeschrittene PAVK eine Verringerung der Lebenserwartung um rund zehn Jahre bewirkt.

Risikofaktor Rauchen

Eine Atherosklerose ist die wesentliche Ursache für eine PAVK. Deren Entstehen und Fortschreiten wird abgesehen von der genetischen Disposition durch mehrere im Laufe des Lebens erworbene Faktoren begünstigt. Dazu zählen ganz oben Rauchen, Bewegungsmangel und starkes Übergewicht. Aus einem ungesunden Lebensstil folgende Erkrankungen wie Adipositas, Bluthochdruck oder Diabetes korrespondieren meistens mit fortschreitenden Schädigungen des Gefäßsystems, die wiederum zu Durchblutungsstörungen und daraus resultierenden Problemen führen.

Die Behandlung der Schaufensterkrankheit hängt vom gesundheitlichen Zustand des Patienten und dem Leidensdruck ab, betont die Ärztin Tina Kock: „Je nach Ausprägung und Ursache der Erkrankung muss stets ein zu dem einzelnen Patienten passender Therapieplan erstellt werden.“

NWZonline.de/gesundheit
Alles zum Thema Gesundheit finden Sie hier!

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.