Bremen - Richtig dosierte Bewegung wirkt sich in jedem Alter positiv auf die Gesundheit aus. Überlastungen beim Sport und bei anderen körperlichen Aktivitäten sind dagegen schädlich. Sie machen sich meistens zunächst mit harmlosen Schmerzen oder Verhärtungen in der besonders beanspruchten Muskulatur bemerkbar. Wer entsprechende Warnzeichen ignoriert und seinem Körper zu viel zumutet, muss mit Muskelverletzungen bis hin zum Riss mehrerer Fasern oder sogar einem Abriss der Verbindung zum Knochen rechnen. Dann drohen eine wochenlange Zwangspause sowie eine langwierige Regenerationsphase, um wieder in den vor der Verletzung gewohnten Leistungsbereich kommen zu können.
Verhärtungen und auch als Zerrung bekannte Schwellungen der Muskulatur sind Vorboten eines bevorstehenden Faserrisses. Gerade im Freizeitsport ist dafür seltener direkte Gewalteinwirkung etwa durch einen Pressschlag verantwortlich als eine zu starke, einseitige Trainingsbelastung. Damit verbundene Muskelschmerzen werden häufig auf die leichte Schulter genommen oder als leichter Muskelkater abgetan, der von selbst ohne Folgeschäden wieder vorübergeht.
„Das gelingt in der Regel auch, wenn man seinen Körper einige Tage schont und den Trainingsumfang reduziert“, erklärt Dr. Alberto Schek, Chefarzt Sportmedizin und Prävention an der Paracelsus-Klinik Bremen. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass aus einer leichten sehr schnell eine schwere Verletzung wird. Wer seine Muskeln dauerhaft überlastet und einer Muskelverletzung nicht genügend Zeit zum Ausheilen gibt, muss zudem mit bleibenden Beeinträchtigungen rechnen.
Pause bei Krankheit
Mit einem individuell angepassten Trainingsaufbau kann man das Risiko für eine Muskelverletzung deutlich reduzieren. Der Deutsche Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) hat eine kurze Liste mit Präventionstipps erarbeitet. Dazu gehört neben einem rund 20-minütigen Aufwärmprogramm mit lockerem Jogging und Dehnübungen auch eine gezielte Kräftigung der Regionen, die durch die jeweilige Sportart strapaziert werden. Wer krank oder verletzt ist, sollte eine Trainingspause einlegen.
Wichtig ist, dass nicht über den Schmerz hinaus trainiert wird und der Körper ausreichend Regenerationszeit zwischen den Trainingseinheiten bekommt. Unangenehme Empfindungen wie Stechen oder Ziehen in der Muskulatur sind ebenso wie eine heftige Erschöpfung natürliche Warnsignale, die zeigen, dass nun dringend Zeit für eine Belastungspause ist. „Der beste Schutz vor einer Verletzung ist, auf den eigenen Körper zu hören, betont Dr. Schek.
Verdacht schnell klären
Hinweise auf eine Muskelverletzung sollten zeitnah durch eine ärztliche Untersuchung aufgeklärt werden. Die Art und das Ausmaß eines Problems lässt sich heute mittels moderner bildgebender Diagnoseverfahren fast immer schnell und präzise darstellen. Mit einer MRT-Untersuchung sind Überlastungen und Schädigungen zu einem sehr frühen Zeitpunkt erkennbar – oft sogar bevor sich erste Schmerzen in dem betroffenen Muskelabschnitt eingestellt haben, berichtet Dr. Schek: „Damit ist es oft möglich, schwere Verletzungen durch rechtzeitige Gegenmaßnahmen zu vermeiden oder zumindest in Grenzen zu halten.“ Von Sportmedizinern zu der jeweiligen Sportart empfohlene Präventionsübungen finden sich im Internet unter www.fittoplay.org.
