Sonja Lämmel (Bild) ist Sprecherin des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (daab).

Kann man auch im höheren Lebensalter zum Pollenallergiker werden?

LämmelAllergien können ganz nach dem Motto, dass das Immunsystem nie schläft, in jedem Alter auftreten. Mein ältester Pollenallergiker in der Beratung ist erstmals mit 90 Jahren erkrankt. Die Allergieprobleme können sich von Jahr zu Jahr verschlimmern – aber auch verbessern. Beides ist je nach Pollenflug und des allgemeinen Gesundheitszustands möglich. Fest steht dessen ungeachtet, dass sich die Beschwerden häufig über die Jahre verschlechtern oder stärker werden und eine ursächliche Behandlung durch die Hyposensibilisierung durchgeführt werden sollte.

Wie kommt es zu einem Etagenwechsel?

LämmelWerden die Beschwerden der Pollenallergie nicht behandelt, ist es in zehn bis 15 Prozent der Fälle möglich, dass sich die Beschwerden von den oberen auf die unteren – also die Bronchien – verlagern. So findet dann ein Etagenwechsel statt, und es bildet sich ein allergisches Asthma. Bei ganzjährigen Allergien (Pollen, Hausstaubmilbe, Tierhaare) liegt diese Gefahr sogar bei 40 Prozent.

Können andere Allergien mit einer Pollenallergie korrespondieren?

LämmelAllergiker reagieren selten auf nur einen Auslöser. Unter den Auslösern von Atemwegsallergien in Deutschland stehen Pollen mit einem Anteil von 86 Prozent mit Abstand an der ersten Stelle. Als weitere Auslöser folgen Milben, Katzen und Hunde sowie Schimmelpilze. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass rund 83 Prozent der Betroffenen unter einer Mehrfachallergie leiden.