Cloppenburg - Auch wenn Diagnosen in der modernen Medizin nicht aus dem Bauch heraus gestellt werden, so war „Medizin aus dem Bauch heraus“ doch das bestimmende Thema beim Forum Medizin des St.-Josefs-Hospitals Cloppenburg in der Cloppenburger Stadthalle. Über rund 200 Gäste, darunter niedergelassene Allgemein- und Fachärzte, Mitarbeitende des Cloppenburger Krankenhauses sowie Interessierte aus der Bevölkerung, freuten sich Professor Dr. med. Joachim Schrader, Ärztlicher Direktor der Klinik, und Geschäftsführer Lutz Birkemeyer.
Die vier Referenten des Abends stellten in ihren Vorträgen unterschiedliche Teilgebiete der Inneren Medizin bezogen auf die Bauchorgane vor und erläuterten Untersuchungs- und Diagnosemethoden sowie Risikofaktoren für den Magen, den Darm und die Nieren.
Den Auftakt des Abends machte Dr. med. Eckhard Brinkmann, Chefarzt der Inneren Medizin am St. Josefs-Hospital, verantwortlich für die Subdisziplin Gastroenterologie. Er erläuterte anhand von einprägsamen Darstellungen und Bildern die Entwicklung der Endoskopie bis heute. In den Anfängen wurde die Diagnostik der Speiseröhre und des Magens noch mittels starrer Röhren bewerkstelligt. Heutzutage sind dagegen nur minimalinvasive Eingriffe nötig.
Privatdozent Dr. med. Jörg Bäsecke erläuterte anschließend, mit welchem erhöhten Krebsrisiko ein überdurchschnittlicher Fleischkonsum für den menschlichen Organismus einhergeht. Dabei wurde deutlich, dass die dazu veröffentlichten medizinischen Studien einerseits ein erhöhtes Darmkrebsrisiko empirisch belegen, jedoch im Vergleich zum regelmäßigen Tabakkonsum das Risiko vergleichsweise als sehr gering zu werten sei. Dennoch appellierte Bäsecke an die Anwesenden, bei der Ernährung auf die Zusammenstellung der Kost zu achten.
Anschließend nahm Privatdozent Dr. med. Stephan Lüders die Gäste mit auf eine Reise zum Organ der Niere. Dabei wurde deutlich, dass die Niere eben nicht nur „aus Wein Wasser macht“ – wie der Vortrag betitelt war –, sondern deutlich mehr Funktionen für den menschlichen Organismus hat. So erklärte der am St.-Josefs-Hospital tätige Nephrologe, dass pro Tag die Menge von eineinhalb bis zwei Litern Flüssigkeit als angemessen zu betrachten sei. Ein deutlich höherer Flüssigkeitskonsum könnte möglicherweise negative Folgen für den menschlichen Organismus haben, da der Körper wichtige Mineralien und Salze verlieren kann.
Den humorvollen und in Teilen nicht ganz ernst gemeinten Abschluss bildete der Vortrag von Dr. med. Hans-Günter Hempen, der Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie am Cloppenburger Krankenhaus ist. „Mensch oder Maschine – oder wie tickt der Bauchchirurg“ lautete das Referat des Mediziners. Hempen empfahl den Zuhörern im Verlauf seines Vortrages mit einem Augenzwinkern, dass eine einfache, aber wirksame Eigendiagnose für eine Blinddarminfektion zum Beispiel in dem Befahren einer sanierungsbedürftigen Straße bestehen könnte.
Durch die Erschütterungen im Fahrzeug könnte der Patient selbst sehr schnell erkennen, ob eine akute Infektion vorliegt. Selbstverständlich „ist die Auswahl und die Qualität des eingesetzten Fahrzeuges ebenso ein entscheidender Faktor wie die Qualität des Fahrers und der Allgemeinzustand der Straßen“.
