Cloppenburg - Schädigungen der Nieren sind ab einem bestimmten Stadium nicht mehr reparabel. „Dann geht es bei der medizinischen Behandlung in erster Linie darum, den Schaden möglichst konstant zu halten und ein weiteres Fortschreiten der Funktionseinschränkungen zu begrenzen“, berichtet Priv.-Doz. Dr. Stephan Lüders. Bei chronischen Erkrankungsformen werden in der Regel beide Nieren nahezu gleich stark geschädigt. Trotz deutlich verbesserter Behandlungsmöglichkeiten müssen die meisten Menschen mit einer schweren Nierenschädigung nach wie vor mit einer durchschnittlich um einige Jahre verkürzten Lebenserwartung rechnen.

Anders ist das, wenn etwa wegen eines Unfalls oder bösartigen Tumors eine der beiden Nieren entfernt werden muss. Die verbleibende gesunde Niere kann die Funktionen zu fast 100 Prozent übernehmen, ohne dass der Betroffene in seinem Lebensalltag etwas davon merkt.

Für ein akutes Nierenversagen kann es sehr unterschiedliche Gründe geben. Fachgesellschaften verweisen zum Beispiel auf schwere Infekte und Durchfallerkrankungen mit einem sehr hohen Flüssigkeitsverlust über einen längeren Zeitraum. Ein weiterer Auslöser kann das Hanta-Virus sein, das etwa beim Ausfegen eines Kellers von Nagetieren übertragen wird. Im Zweifelsfall sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.