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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Wohnheime geben Sicherheit

06.07.2018

Cloppenburg 45 Mitarbeiter, vom Sozialpädagogen bis zum Krankenpfleger, betreuen rund 200 psychisch kranke Menschen im Gemeindepsychiatrischen Zentrum in Cloppenburg. Dieses besteht nun seit 20 Jahren. Ein Grund für Geschäftsführer Lutz Birkemeyer und Clemens Rottinghaus, fachlicher Leiter der Einrichtung, auf die Anfänge zurückzublicken. Sie stellten am Donnerstag die Entwicklungen des Zentrums vor.

Die Initiative ergriff seinerzeit Alfons Kühling, damaliger Dechant der Pfarrgemeinde St. Andreas. Im September 1996 wurde eine Tagesstätte mit 15 Betreuungsplätzen an der Soestenstraße errichtet – und zwar in den leerstehenden Räumen des ehemaligen Vinzenzhauses. Im Oktober gab es hier zusätzlich Wohnraum für 30 Menschen. 1998 schließlich wurde mit dem Neubau an der Soestenstraße 18 das Gemeindepsychiatrische Zentrum gegründet.

Das Wohnangebot richtet sich an psychisch kranke Menschen ab 18 Jahren, die beispielsweise an Depressionen, Angstzuständen oder Schizophrenie leiden, erklärt Rottinghaus. 29 Plätze gibt es, plus einer Einzelwohnung. Die Dauer des Aufenthalts sei ganz unterschiedlich. „Gerade ist eine Bewohnerin nach 20 Jahren ausgezogen“, berichtet er. Es handele sich bei den Betroffenen um Schwerstfälle: „Die Leute, die herkommen, sind austherapiert. Sie haben auch mal 20 Jahre Klinikaufenthalt hinter sich.“

Rottinghaus betont, dass die psychisch Kranken nicht fremd- sondern eigengefährdend seien. „Durch die Betreuung im Wohnheim können wir ihnen Sicherheit geben.“ Insbesondere gehe es darum, wieder Strukturen in den Alltag zu bringen und sie bestenfalls auf ein selbstständiges Leben in einer eigenen Wohnung vorzubereiten – den Menschen also wieder ins soziale Leben und die Gesellschaft einzugliedern.

Auch eine ambulante Wohnassistenz gehört zum Angebot des Gemeindepsychiatrischen Zentrums dazu. Mehr als 70 Menschen werden hier nach dem Leitsatz „ambulant vor stationär“ betreut. Hinzu kommen drei Außenwohngruppen, die in verschiedenen Wohnsiedlungen liegen. Diese ermöglichen den Betroffenen, selbstständiges Wohnen zu erlernen. „Eine Art Trainingsfeld“, beschreibt es Rottinghaus. Eine Unterstützung durch Betreuer sei dann nur noch zu bestimmten Zeiten erforderlich, „aber es gibt einen 24-Stunden-Rufdienst“. Außerdem gibt es noch eine Tagesstätte mit 15 Plätzen in Friesoythe sowie ein Wohnheim für 30 Bewohner in Emstek. Rund zwei Millionen Euro kostet der Betrieb des Gemeindepsychiatrischen Zentrums im Jahr.

Die Nachfrage im Vergleich zu den Angeboten ist laut Rottinghaus stets auf einem hohen Niveau: „Der Bedarf an einer geschlossenen Unterbringung ist extrem hoch und nimmt zu. Es rufen teilweise Leute aus Bayern an.“ Allein in Niedersachsen gebe es nach seinem Kenntnisstand nur um die 600 Plätze insgesamt. Deshalb sieht er Handlungsbedarf in der psychiatrischen Begleitung: „Für psychisch Kranke ist Selbstständigkeit ein Riesenproblem. Das müssen sie erstmal lernen.“ Cloppenburg zumindest baut weiter aus. Geplant ist die Gründung einer weiteren Außenwohngruppe in Emstekerfeld. Diese soll vermutlich im kommenden Jahr aufnahmebereit sein.

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Nina Janssen Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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