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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Krebsrisiko: Trotz Corona zum Arzt gehen

07.07.2020

Oldenburg Menschen mit einer akuten Krebserkrankung zählen nach Angaben des Robert-Koch-Instituts zur Risikogruppe für einen besonders schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung. Im Fall einer Infektion sollte insbesondere bei sehr alten und/oder geschwächten Patienten in jedem Einzelfall geprüft werden, ob und wie die Krebstherapie fortgesetzt werden kann.

So haben lebenserhaltende medizinische Interventionen wie eine künstliche Beatmung stets Vorrang vor planbaren Maßnahmen zur Krebsbehandlung, bei denen der Therapieerfolg nicht wesentlich von einer Verschiebung um wenige Wochen abhängt. Allerdings ist bei Krebsbehandlungen in der Regel eine hohe Dringlichkeit gegeben, sodass der Therapieaufschub nicht zu lange dauern sollte.

Eine Corona-Infektion führt bei Krebs-Patienten dazu, dass das oft ohnehin stark belastete Immunsystem ebenso wie die körperliche Konstitution weiter geschwächt wird. Eine Chemo- bzw. Strahlentherapie oder eine Tumor-Operation kann Betroffene zusätzlich belasten und mit gefährlichen Folgen überfordern, erklärt Prof. Dr. Frank Griesinger, Direktor der Universitätsklinik für Innere Medizin und Onkologie im Pius-Hospital Oldenburg: „Bei einer Covid-19-Erkrankung mit schweren Symptomen kann es sinnvoll sein, die Maßnahme zur Krebsbehandlung zu verschieben, bis sich der Patient weitgehend erholt hat.“

Krebs verläuft oft tödlich

Die Furcht vor Corona dürfe aber auf keinen Fall dazu führen, dass Maßnahmen zur Früherkennung und Therapie vernachlässigt werden. „Eine Covid-19-Erkrankung kann vor allem für sehr alte, multimorbide Menschen lebensbedrohlich sein. Eine zu spät oder nicht behandelte Krebserkrankung nimmt bei allen Betroffenen fast immer einen tödlichen Verlauf“, berichtet Prof. Griesinger. Die aktuelle Entwicklung sei hier besorgniserregend. So zeigt eine gerade veröffentlichte Studie einer von führenden Fachgesellschaften gegründeten Taskforce, dass viele Patienten aus Angst vor Corona auf erforderliche Arztbesuche verzichten. Abklärungs- und Früherkennungsuntersuchungen finden nicht wie gewohnt statt. Als Ergebnis könnte dem Gesundheitssystem eine erhöhte Anzahl zu spät erkannter Krebserkrankungen bevorstehen.

Umgehend behandeln

Erschwerend komme hinzu, dass Therapien häufig verkürzt oder verschoben werden sowie die Nachsorge ausgesetzt wird. Die Folgen können gerade für Menschen mit Lungenkrebs schwerwiegend – letztlich tödlich – sein. Weil die Tumore oft lange Zeit symptomfrei bleiben, wird eine bösartige Geschwulst in der Lunge oft erst entdeckt, wenn der Krebs weit fortgeschritten ist, so Prof. Griesinger: „Umso wichtiger ist es, dass Lungenkrebs rechtzeitig erkannt und umgehend mit modernstem medizinischen Know-how behandelt wird.“

Dank verbesserter Früherkennungs- und Therapieverfahren sei heute vor allem dann immer häufiger eine gute Erfolgsprognose möglich, wenn die Krebsdiagnose in einem frühen Stadium erfolgt. „Die Untersuchungen zur Früherkennung sind für viele Patienten lebensrettend.“ Ein Corona-bedingtes Aussetzen der Maßnahmen sei daher nur für begrenzte Zeit tolerierbar. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass sich die Prognose verschlechtert.

NWZonline.de/gesundheit
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