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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Corona-Pandemie: „Man braucht in sich selbst einen Anker“

19.05.2020

Frage: Frau de Jong, die Corona-Pandemie ist für alle eine Belastung. Sie wird vielleicht unterschiedlich belastend wahrgenommen, aber sie betrifft Alte und Junge, sowie Menschen, die im Erwerbsleben sind und die, die nicht mehr arbeiten. Wie kann man damit umgehen?

Seminarleiterin und Autorin

Theresia de Jong (60) aus Zetel ist Seminarleiterin und Motivationscoach. Sie berät Menschen, wie man in Krisen Widerstandskraft entwickeln kann. Als Autorin hat sie unter anderem zahlreiche Bücher über Frühchen, Schwangerschaft und Kindererziehung veröffentlicht.

Mehr Infos unter www.theresia-dejong.de

De Jong: Das Allererste, was bei allen Krisen oder Belastungen ansteht, ist die Akzeptanz. Nämlich zu akzeptieren, dass es so ist, wie es ist. Es hilft im Grunde recht wenig, wenn ich mich dagegen auflehne, denn das braucht viel Energie. Energie, die ich positiv einsetzen könnte. Da gilt der alte Spruch: Ich muss akzeptieren, was ich nicht ändern kann. Dann kann ich überlegen, was ich tun kann, um aus dieser Sache positiv herauszukommen. Es gibt ein Posttraumatisches-Wachstum-Syndrom, dass ich an Krisen wachse und stärker werde. Wenn man das von dieser Warte angeht, gibt mir das die Möglichkeit, aus der Krise positiv hervorzugehen.

Frage: Es gibt Menschen, die weniger stark betroffen sind, weil sie keine kleinen Kinder haben und vielleicht auch nicht von Kurzarbeit bedroht sind. Andere wissen nicht, wie sie ihre Rechnungen bezahlen sollen.

De Jong: Das stimmt. Trotzdem ist es wichtig, sich nicht in die Jammerkiste zu setzen, sondern zu überlegen: Welche Möglichkeiten bleiben mir noch. Da ist Kreativität gefragt. Das sehe ich zum Beispiel bei Freiberuflern in meinem Umfeld, die jetzt Online-Angebote machen, die sie sonst nie so schnell umgesetzt hätten. Wenn eine Krise aufkommt, dann steht man mit dem Rücken zur Wand und macht Dinge, die man sonst nicht umgesetzt hätte. Das ist auch eine Art Weckruf: Was kannst Du?

Frage: Nun hat die Corona-Pandemie eine unangenehme zeitliche Dimension. Ihr Ende ist nicht absehbar.

De Jong: Das ist wahr und psychisch gesehen eine hohe Belastung. Man braucht in sich selbst einen Anker, eine Selbstvergewisserung: Ich bin immer für mich da, und ich werde tun, was nötig und möglich ist. Und dann vertraue ich und bin dankbar, für alles, was noch gut läuft. Wenn ich durch den Wald laufe, hole ich mir neue Kraft. Und ich kann mich auf meine Fähigkeiten besinnen und etwas Neues aufbauen.

Frage: Die Bereiche Kindertagesstätten, Arbeit, Schule, das Leben im Alter, sind sehr unterschiedlich. Ist der Rat an alle gleich?

De Jong: In sich selbst zu ruhen, ist die Grundlage von allem. Da helfen mentale Übungen. In der Meditation hat das Chaos auf mich keinen Zugriff und ich komme in einen Bereich, in dem ich wieder Kraft finden kann. Kinder haben übrigens einen sehr leichten Zugang zur Meditation. Für Kinder ist es besonders wichtig, nach draußen zu gehen. Und das können sie ja jetzt auch wieder. Ich habe selten so viele Familien im Wald gesehen und merke, wie gut das den Kindern und Eltern tut. Vielleicht bilden sich neue Formen des Umgangs heraus. Und ältere Menschen dürfen wir jetzt öfter anrufen als sonst.

Frage: Sie sind Resilienz-Trainerin, helfen Menschen, mit Belastungen umzugehen. Was ist Ihre aktuelle Beobachtung?

De Jong: Wir sind in Netzwerken organisiert, sehr viel zurzeit über soziale und digitale Medien. Da rücken Menschen auf andere Art und Weise zusammen. Bindungen werden sehr viel bewusster wahrgenommen. Für mich heißt das, dass wir in Krisen zusammenrücken und uns umeinander kümmern können. Ganz wichtig ist aber auch, andere Meinungen nicht sofort zu bewerten und abzulehnen. Wir dürfen auch weiterhin liebevoll miteinander umgehen, wenn wir anderer Meinung sind. Die Gesellschaft jetzt zu spalten, wäre fatal.

NWZonline.de/gesundheit
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