DELMENHORST - „Ich wusste zunächst überhaupt nicht, worum es sich handelte.“ Erste Symptome seiner auch als erbliche Querschnittslähmung bekannten Erkrankung HSP hatte der heute 65-jährige Gerhard Philipp vor rund 30 Jahren bemerkt. Nach und nach bekam der zuvor sehr sportliche Berufssoldat große Probleme bei eigentlich selbstverständlichen Bewegungen. Was mit dem leichten Nachziehen eines Beines begann, wurde so schlimm, dass an eine Fortsetzung der Bundeswehrzeit nicht mehr zu denken war.
Auch das Privatleben wurde für den Delmenhorster durch die Erkrankung völlig umgekrempelt: „Ich musste in ein ebenerdiges Haus umziehen, weil ich keine Treppen mehr steigen konnte“, berichtet Philipp. Am schlimmsten sei für ihn aber gewesen, dass die Erkrankung immer weiter voranschritt, ohne dass es Hoffnung auf Heilung oder Besserung gab.
Bis 2005 hatte sich der Krankheitsverlauf derart verschlimmert, dass Gerhard Philipp auf einen Rollstuhl angewiesen war. Seine Beine hatten sich so zusammengezogen, dass sie nicht mehr fürs Gehen zu gebrauchen waren.
Inzwischen geht es Gerhard Philipp wieder etwas besser. Auf Ärzte-Empfehlung zieht er ein strenges Therapieprogramm u. a. mit Krankengymnastik, Bewegungsbädern und Entspannungsübungen durch. Mit viel Willenskraft und Disziplin habe er langsam Fortschritte erzielt, berichtet er. „Scheinbar ganz einfache Dinge, wie den Fuß anzuheben, muss ich täglich immer wieder neu lernen.“
