Von klaus hilkmann
Frage:
Am 31. Oktober veranstaltet die Deutsche Herzstiftung e.V. einen Aktionstag zum Thema Herzinfarkt. Was erwartet die Besucher an diesem Tag?Dr. Reil:
Die Besucher erfahren von den Medizinern des Herzzentrums aus erster Hand, welche Symptome sichere Hinweise auf einen akuten Herzinfarkt sind. Zudem werden wir über die notwendigen Entscheidungswege informieren und aufzeigen, wer im Fall der Fälle der richtige Ansprechpartner ist. Hier in der Region ist das sicher das Herzzentrum Oldenburg.Frage:
Worauf kommt es bei der Akutbehandlung an?Dr. Reil:
Beim Herzinfarkt ist der Zeitfaktor überlebenswichtig. Im Akutfall darf vom Beginn des Schmerzereignisses bis zur Einlieferung in die Klinik keine Zeit verloren gehen. Wenn der Patient innerhalb der ersten drei Stunden nach Infarktbeginn in unser Herzkatheterlabor kommt, können wir mit einer hohen Wahrscheinlichkeit sehr gute Ergebnisse erzielen. Der Herzinfarkt kommt durch den Verschluss einer großen Kranzgefäßarterie zustande, die dann wegen des Verschlusses in ihrem Versorgungsgebiet nicht mehr die notwendige Ernährung durch Sauerstoff und Nährstoffen vornehmen kann. Wenn das Gefäß nicht schnell genug wieder geöffnet wird, stirbt dieses Versorgungsgebiet ab. Je schneller uns die Wiedereröffnung gelingt, desto besser ist die Überlebenserwartung für den Patienten.Frage:
Ist die Wahrscheinlichkeit, einen Herzinfarkt zu überleben, heute höher als noch vor zehn Jahren?Dr. Reil:
Aktuelle neue Studien sagen aus, dass die Fallzahlen derjenigen, die einen akuten Infarkt nicht überleben, rückläufig sind. Vor zehn Jahren sind in Niedersachsen noch etwa 120 Menschen pro 100 000 Einwohner an einem akuten Herzinfarkt gestorben. Bei der jüngsten aktuellen Untersuchung im Jahr 2005 ist diese Zahl auf 75 zurückgegangen. Natürlich ist das auch ein Verdienst verbesserter Operationstechniken.Prof. Dr. Gert-Hinrich Reil (Bild) ist Ärztlicher Direktor der Klinik für Kardiologie im Herzzentrum Oldenburg.
