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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Diabetischer Fuß: Wenn die Wunde größer wird

11.08.2020

Quakenbrück Diabetes-Erkrankungen nehmen in Wohlstandsgesellschaften seit Jahren kontinuierlich zu. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft schätzt die Zahl der Betroffenen in Deutschland auf rund sieben Millionen, wobei von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen wird. Bis zu ein Drittel der Diabetiker hat im Laufe des Lebens mindestens ein Mal mit einer schlecht heilenden Fußwunde zu tun.

In vielen Fällen bleibt es bei einer kleinen Scheuerstelle oder einen oberflächlichen Riss. Vor allem bei einer schweren bzw. fortgeschrittenen Diabetes-Erkrankung können sich aber deutlich schwerwiegendere Probleme einstellen. Aktuelle Studien zeigen, dass zwei bis zehn Prozent der Diabetiker mit einem Diabetischen Fußsyndrom leben.

Die mit einem Diabetes mellitus einhergehende Störung des Zuckerstoffwechsels kann neben anderen Beschwerden auch eine kombinierte Gefäß- und Nervenschädigung in den Füßen und Beinen bewirken. Als Folge nehmen die Sensibilität der Haut und damit auch das Schmerzempfinden ab.

Riss bleibt unbemerkt

„Man merkt dann nichts von einem Schnitt oder Riss im Fuß“, erklärt Dr. Florian Thienel, Chefarzt des Diabetes-Zentrums Quakenbrück, in dem pro Jahr etwa 2500 Diabetes-Patienten behandelt werden: „Selbst bei schweren Verletzungen laufen viele Betroffene einfach weiter, als wenn nichts wäre, weil sie keine Schmerzen empfinden.“

Die Wunden entstehen bei einem Diabetischen Fuß meistens im Bereich der Ballen und Zehen. Oft sind die Problemstellen entzündet und nässen. Ohne eine rechtzeitige qualifizierte Behandlung wird die Wunde immer größer und tiefer. Sie kann in fortgeschrittenen Stadien bis zu den Knochen und umliegenden Gewebestrukturen reichen. Oft kommt es zudem zu einer Infektion bis hin zur Blutvergiftung, die im schlimmsten Fall lebensbedrohlich verläuft.

Wenn sich als Begleiterscheinung einer schweren Diabetes-Erkrankung auch eine medizinisch als Neuropathie bezeichnete Erkrankung des peripheren Nervensystems einstellt, fällt das bei gesunden Menschen natürliche Schmerzsignal vom Fuß zum Gehirn mitunter komplett aus. Auch bei Bagatellverletzungen oder Überlastungen kann es dann zu einer massiven Knochen- und Gelenkentzündung kommen – dem so genannten Charcot-Fuß. Unbehandelt führt die Entzündung zu Brüchen und Verformungen.

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Entlastung erforderlich

Bei einer frühzeitigen Behandlung, bei der zunächst die Entlastung mit so genannten Casts – früher Gips – des betroffenen Fußes im Vordergrund steht, können die Folgeschäden eines Charcot-Fußes meistens in Grenzen gehalten werden. Mit einer späteren Maßschuhversorgung lässt sich ein erneutes Auftreten des Problems verhindern.

Auch wenn bereits Wunden am Fuß aufgetreten sind, ist eine effiziente Entlastung und Wundbehandlung nötig. Ansonsten kann es zu so starken Zerstörungen kommen, dass die betroffenen Knochen und Gelenke nicht mehr zu retten sind, berichtet Dr. Thienel: „Leider ist dann in vielen Fällen eine Amputation von Zehen oder sogar des ganzen Fußes unvermeidlich.“

NWZonline.de/gesundheit
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