Dr. Jörg Hennefründ (Bild) ist Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in der Tagesklinik Oldenburg.

Was können Anzeichen für eine Eierstockzyste sein?

HennefründDie Beschwerden sind nicht abhängig von der Art der Zyste. Die meisten Zysten verursachen keine Beschwerden. Manche von ihnen führen zu einem Druckgefühl oder Schmerzen.

Wie funktioniert die Diagnostik, um einen Verdacht aufklären zu können?

HennefründZysten werden typischerweise durch eine Ultraschalluntersuchung gefunden. Wichtig für die Patientenführung ist das Aussehen der Zyste und das Alter der Patientin. Bei jungen Patientinnen vor den Wechseljahren sind Zysten häufig Zufallsbefunde und entstehen aus dem Eibläschenbildungs- und Eisprungeschehen. Diese werden, wenn sie unauffällig aussehen, zunächst beobachtet und verschwinden in den meisten Fällen von selbst wieder. Die Betreuung erfolgt durch die vertragärztlichen Gynäkologen, die die Patientinnen auch sonst versorgen.

Ist eine ambulante oder stationäre Behandlung empfehlenswert?

HennefründWichtig ist zunächst die Untersuchung per Ultraschall. Bei komplexeren oder gar verdächtigen Befunden ist eine Operation notwendig, die die Natur der Zyste klärt und gleichzeitig die Behandlung darstellt. Ein entsprechender Eingriff ist häufig auch als ambulante Operation möglich, bei der die Patientin die Nacht nach dem Eingriff wieder zu Hause verbringen kann. Bei größeren Befunden – insbesondere, wenn der Verdacht auf einen möglicherweise bösartigen Tumor besteht – ist ein stationärer Aufenthalt erforderlich.