Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Effizienz steigern

Von Klaus Hilkmann

Frage:

Sind Zusatzbeiträge für gesetzlich Versicherte unvermeidbar?

Candidus:

Wir kommen an den Zusatzbeiträgen nicht vorbei. Schon wegen der demographischen Entwicklung werden auf die Versicherten in den nächsten Jahren erhebliche Beitragssteigerungen zukommen.

Frage:

Wo sehen Sie Probleme?

Candidus:

Der Fehler liegt nicht bei den Krankenkassen, sondern bei der Politik. So wurde der Beitragssatz mit der Einführung des Gesundheitsfonds 2009 zunächst auf 15,5 Prozent angehoben und dann aus wahltaktischen Gründen auf 14,9 Prozent gesenkt. Diese Absenkung von 0,6 Prozent bedeutet für die gesetzlichen Krankenkassen Mindereinnahmen von jeweils neun Milliarden Euro für die Jahre 2009 und 2010. Das ist der Grund, warum der Zusatzbeitrag so kurz nach der Einführung des Gesundheitsfonds erhoben werden muss.

Frage:

Erwarten Sie weitere Zusatzbelastungen für die Versicherten?

Candidus:

Verschiedene Krankenkassen haben ja bereits angekündigt, dass es künftig zu Zusatzbeiträgen bis zu 37 Euro pro Monat kommen könnte, falls es bei dem aktuellen System bleiben sollte. Besonders ärgerlich ist dabei, dass für die Erhebung ein unglaublicher bürokratischer Aufwand nötig wäre, der einen großen Teil der Zusatzeinnahmen wieder auffressen würde. So schreibt der Gesetzgeber bei einem Zusatzbeitrag von mehr als acht Euro monatlich eine Einkommensprüfung der Versicherten vor. Unter Beteiligung der Finanzämter müssten dann die Daten von jedem Betroffenen erhoben und geprüft werden. Allein dafür müssten etliche neue Stellen geschaffen werden, sodass noch mehr Geld für unsinnige Bürokratie verloren gehen würde.

Frage:

Sollte man die Krankenkasse wechseln, falls ein Zusatzbeitrag ansteht?

Candidus:

Nein. Wer ansonsten mit seiner Krankenkasse zufrieden ist, sollte da bleiben, wo er ist. Denn man kann nicht wissen, ob die neue Krankenkasse in einigen Monaten nicht auch den Zusatzbeitrag erheben muss.

Wolfram-Arnim Candidus (Bild) ist Präsident der Deutschen Gesellschaft für Versicherte und Patienten (DGVP) – Bürgerinitiative Gesundheit mit Sitz in Heppenheim.

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Kleine Kinder haben Fragen zu Schwangerschaft, Geburt und Stillen. In Oldenburg wollen Hebammen Unterrichtsstunden zu diesen Themen in den vierten Klassen geben.

PILOTPROJEKT IN OLDENBURG Schwangerschaft, Geburt und Stillen – Was Grundschüler bei Hebammen lernen

Anja Biewald
Oldenburg
Analyse
Bundeskanzler Olaf Scholz besucht den Katholikentag in Erfurt

SPD-WAHLKAMPF ZUR EUROPA-WAHL Zieht der Kanzler im Osten?

Kerstin Münstermann Büro Berlin
Delitzsch
Blick in die Räucherkammer bei Aal Bruns in Kayhauserfeld: Marco Pawlik ist mit der Qualität zufrieden.

DELIKATESSE NACH ÜBERLIEFERTER REZEPTUR Woher kommt der Zwischenahner Aal?

Kerstin Schumann
Kayhauserfeld
Der Bergpark Wilhelmshöhe: Hier befinden sich etliche Sehenswürdigkeiten.

NWZ-REISETIPPS: ABSTECHER NACH ... KASSEL Entspannte Stunden in historischen Parks

Kerstin Schumann
Kassel
Vor etwa einem Jahr eröffnete der Pflegedienst Paul-Lina seinen neuen Hauptsitz in Wittmund. Wegen eines Insolvenzverfahrens musste der Pflegedienst seinen Betrieb aufgeben.

STANDORTE IN WITTMUND UND EMDEN Insolvenz bei Pflegedienst Paul-Lina – So geht es für die Kunden weiter

Kim-Christin Hibbeler
Wittmund