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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Hier sind besonders viele Angehörige dabei

22.03.2019

Einswarden Das Interesse von Angehörigen an der Freien Selbsthilfegruppe Einswarden ist gewachsen. „Viele wollen ihre Partner besser verstehen können und das ist auch wichtig“, sagt Kerstin Gansch (51). Als Angehörige eines Alkoholkranken ist die Fleischereifachverkäuferin vor zehn Jahren zu dieser Gruppe gekommen.

Mehr Verständnis

„Das ist sehr wichtig“, bestätigt ihr Ehemann Olaf Gansch (53), seit 21 Jahren trockener Alkoholiker. Der Landwirtschaftsmeister ist als Versuchstechniker bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen tätig. Er weiß: Alkoholiker verändern sich, wenn sie trocken geworden sind. Sie werden selbstbewusster und treten stärker für sich selbst ein; das verstehen Angehörige nicht sofort.

Sechs Gruppen

Im „Arbeitskreis Sucht“ arbeiten alle sechs Nordenhamer Selbsthilfegruppen für Suchtkranke und deren Angehörige zusammen. Neben der Freien Selbsthilfegruppe Einswarden sind es diese fünf:

Die Anonymen Alkoholiker in Nordenham treffen sich montags ab 19.30 Uhr im Martin-Luther-Haus und sind erreichbar unter Telefon   4224 und Telefon   248155. Die Angehörigen-Gruppe AL-ANON ist erreichbar unter Telefon   248155 und Telefon   1495.

Die Begegnungsgruppe des Blauen Kreuzes trifft sich dienstags ab 19.30 Uhr im Martin-Luther-Haus und ist erreichbar unter Telefon  6430 und 80721 und 7615 sowie für Stadland unter Telefon   04732/183748.

In Friedrich-August-Hütte trifft sich montags ab 18.30 Uhr im evangelischen Gemeindehaus die Freie Selbsthilfegruppe FAH (erreichbar Telefon   2498546).

Die Gruppe für Spieler trifft sich dienstags von 19 bis 20.30 Uhr im Martin-Luther-Haus in Nordenham (erreichbar unter Telefon   21661).

Nach Ansicht aller sechs Gruppen und der Fachstelle Sucht des Diakonischen Werkes ist und bleibt das persönliche Gespräch eine ganz starke Hilfe. Es wird aber schwieriger, zur regelmäßigen Teilnahme an Treffen von Selbsthilfegruppen zu motivieren. Deshalb wollen die Gruppen stärker an die Öffentlichkeit gehen. In einer Serie in loser Reihenfolge stellt die NWZ alle sechs Gruppen vor.

Kerstin Gansch erläutert: „Ein Alkoholiker versucht, sich wie ein Gummibaum zu verbiegen, so lange er trinkt. Wenn er dann aufhört, scheitert oft das Zusammenspiel mit dem Partner.“

Die Freie Selbsthilfegruppe Einswarden ist 1985 von den inzwischen verstorbenen Margot und Wolfgang Zapp sowie Günther Hugo gegründet worden. Seit etwa zehn Jahren fungieren Kerstin und Olaf Gansch als Ansprechpartner. Aus beruflichen Gründen nimmt Kerstin Gansch allerdings seit etwa vier Jahren nicht mehr an Gruppensitzungen teil.

Tablettenabhängige

Früher gehörten 25 Personen dieser Selbsthilfegruppe an. Heute sind es knapp 15. Die eine Hälfte von ihnen sind Alkoholiker oder/und Tablettenabhängige, die andere Hälfte Angehörige von Suchtkranken. Zurzeit nehmen jeweils sechs bis zehn an den Treffen teil. Der hohe Anteil von Angehörigen ist eine Besonderheit dieser Nordenhamer Selbsthilfegruppe.

Alltagsprobleme

„Viele meinen heute, eine Selbsthilfegruppe kann mir nicht helfen. Auch ich wollte anfangs nie in eine Gruppe. Aber ich habe festgestellt, dass ich hier auch Alltagsprobleme loswerden kann“, sagt Anke Wilksen. Zudem habe die Gruppe sie bei zwei Rückfällen aufgefangen und neu aufgebaut. „Hier habe ich mich richtig gut aufgehoben gefühlt.“

Die 54 Jahre alte Fleischereifachverkäuferin gehört seit sechs Jahren zur Gruppe. Seit eineinhalb Jahren hilft die trockene Alkoholikerin bei der Organisation und beteiligt sich an Besuchen von Schulen, bei denen Alkoholiker von ihrer nassen Phase und ihrem Weg aus der Sucht berichten.

„Schön ist auch, dass wir in der Gruppe viel lachen“, betont Anke Wilksen. „Unser Ziel ist, zufriedene Abstinenz vorzuleben – dazu gehört auch Spaß“, unterstreicht Olaf Gansch. Freude solle auch bei gemeinsamen Freizeitaktivitäten wie Kegeln, Grünkohlessen oder Kanufahren vermittelt werden – Aktivitäten, die stets mit Partnern und Familien unternommen werden.

Zuwendungen

Alles werde so ausgerichtet, dass es für alle bezahlbar bleibt. Als freie Gruppe könne ein Betrag für Suchthilfe bei Krankenkassen beantragt werden.

Die Gruppe habe auch schon eine Zuwendung der Glücks-Cent-Aktion des Einswarder Werkes von Premium Aerotec bekommen. Dankbar sei die Gruppe ebenso der Stadt, weil sie das Mehrzweckhaus in Einswarden mietfrei für Treffen nutzen kann.

Olaf Gansch hatte nach einer Entzugstherapie zunächst ein halbes Jahr keine Unterstützung in einer Selbsthilfegruppe gesucht. Dann war er zu einer Gruppe gestoßen, die ihm nicht zusagte.

Recht auf Auswahl

Erst daraufhin kam er zur Freien Selbsthilfegruppe Einswarden. Er weist ausdrücklich darauf hin: „Jeder hat das Recht, sich eine Gruppe zu suchen, die ihm gefällt, in der er sich wohlfühlt. Dabei ist Ab-stinenz das höchste Gut.“

Zudem hat Olaf Gansch die Erfahrung gemacht, dass offener Umgang mit der eigenen Alkoholerkrankung ein großer Gewinn ist.

 Die Freie Selbsthilfegruppe Einswarden trifft sich jeden Dienstag um 19.30 Uhr im Mehrzweckhaus in Einswarden (Niedersachsenstraße 19). Telefonischer Kontakt ist unter Telefon   04731/206133 (Olaf Gansch) möglich.

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Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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