Von Klaus Hilkmann
Frage:
Ist bei einer Pollenallergie die Hyposensibilisierung die beste Therapie?Brehler:
Bei ausgeprägter Pollenallergie wird die Hyposensibilisierung empfohlen, weil sie die einzige Therapie ist, mit der man einen dauerhaften Erfolg erzielen kann. Milde Formen können dagegen medikamentös – etwa mit einem Antihistaminikum – behandelt werden.Frage:
Wie ist es mit Nebenwirkungen?Brehler:
Hyposensibilisierungen können Nebenwirkungen haben, weshalb diese Behandlung bei einem Allergologen durchgeführt werden sollte. Die Therapie kommt meistens nicht in Frage, wenn der Patient unter schwerem Asthma oder Herzerkrankungen leidet oder etwa Betablocker zur Blutdrucksenkung einnimmt.Frage:
Wie häufig ist ein Allergieschock in Folge einer Hyposensibiliserung?Brehler:
Die Kunst bei dieser Therapie ist neben der richtigen Dosissteigerung der Zeitpunkt der Gabe. Wenn es den Patienten körperlich schlecht geht, sollte man die Therapie nicht durchführen. Zudem sollte man darauf achten, dass der Patient sich nach der Behandlung schont und am Tag der Spritze keinen Alkohol trinkt. Wenn all das berücksichtigt wird, sind allergische Reaktionen sehr selten. Es gibt gleichwohl vereinzelte Ausnahmefälle, bei denen etwa Hautreizungen und Atemwegserkrankungen auftreten können.Frage:
Wie groß sind die Erfolgsaussichten?Brehler:
Wer seit 20 Jahren auf Allergene reagiert, hat eine klar geringere Heilungschance, als ein Patient, der erst seit kurzer Zeit unter einer Allergie leidet. Im Idealfall kann man durch eine Hyposensibiliserung in 80 Prozent der Fälle eine Verbesserung der Symptome erreichen.Priv.-Doz. Dr. Randolf Brehler (Bild) ist Oberarzt der Hautklinik am Universitätsklinikum Münster.
