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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Ursachen: Stille Gefahr: Fettleber bleibt oft unentdeckt

22.08.2020

Gießen /Kiel Dass Übergewicht, Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung zu vielen Krankheiten führen können, ist den meisten klar. Ein Organ, das erheblich davon betroffen ist, bringen viele jedoch immer noch vor allem mit übermäßigem Alkoholkonsum in Verbindung: die Leber. Aber sie kann auch verfetten. Zu spüren ist das kaum, doch es kann ernste Folgen haben.

Eine Fettleber, was ist das?

Wie der Name schon sagt, ist eine übermäßige Ansammlung von Fett in der Leber gemeint (Steatosis hepatis). „Laut der Definition weisen mehr als fünf Prozent der Leberzellen bei einer histologischen Untersuchung eine übernormale Fettansammlung auf“, erklärt Prof. Elke Roeb vom Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) und Kuratoriumsvorsitzende der Deutschen Leberstiftung.

Mediziner unterscheiden zwischen der nicht-alkoholischen Fettleber (NAFL) und der alkoholischen Fettleber (AFL), wobei in Deutschland die NAFL häufiger vorkommt.

Die Fettleber ist keine Frage des Alters: „In Deutschland leben rund zehn Prozent übergewichtige Kinder, die entwickeln in aller Regel auch eine Fettleber“, sagt Roeb. Über alle Altersgruppen seien etwa ein Viertel bis ein Drittel aller Menschen betroffen – Tendenz steigend.

Was sind die Ursachen und Risikofaktoren?

Bei der alkoholischen Fettleber ist das einfach zu klären: übermäßiger Alkoholkonsum. Bei etwa drei Viertel der Menschen mit einer nicht-alkoholischen Fettleber wiederum ist ein metabolisches Syndrom die Ursache: eine Kombination aus Übergewicht, Bluthochdruck und erhöhten Fett- und Blutzuckerwerten. Bei etwa einem Viertel der Betroffenen hat eine Fettleber andere Gründe: etwa genetische Faktoren oder bestimmte Erkrankungen – und vor allem Bewegungsmangel.

„Unabhängig von der Ernährung erhöht eine sitzende Tätigkeit und eine inaktive Lebensweise das Risiko, eine Fettleber zu bekommen“, betont Roeb. Das gelte auch für schlanke Menschen.

Und sie ergänzt: „Recht neu unter den Ursachen ist der übermäßige Konsum industriell hergestellter konzentrierter Fruktose, die oft in Getränken zu finden ist.“

Was sind die Gefahren und möglichen Folgen?

Eine einfache Fettleber stellt noch keine Gefahr dar, wie Roeb erläutert. Allerdings bleibt es in vielen Fällen nicht dabei: Denn die Fettleber kann sich entzünden. Mediziner sprechen dann von der Steatohepatitis (NASH). Daraus kann sich eine Leberfibrose entwickeln, eine Vermehrung des Bindegewebes. Dieser wiederum folgt oft eine Leberzirrhose, eine großteilige Vernarbung. Die Leber kann dann ihren Aufgaben als Speicher-, Umwandlungs- und Entgiftungsorgan nicht mehr nachkommen. In ihrem weiteren Verlauf kann eine Zirrhose zu Leberkrebs führen.

Auch medizinische Notfälle können die Folge einer Fettleber sein, wie Rainer Günther, Leiter der Hepatologie am Universitätsklinikum Kiel erklärt: „Wenn die Leber verhärtet, kann das Blut sie nicht mehr durchströmen und staut sich davor. Das wiederum führt oft zu Krampfadern in der Speiseröhre“, erläutert er.

Wie erkennt man eine Fettleber?

Leider gar nicht. „Die Leber macht keine Schmerzen“, sagt Günther. Eine ausgeprägte Tagesmüdigkeit kann, muss aber kein Anzeichen sein. Das ist einer der Gründe, weshalb Günther gemeinsam mit Kollegen einen Lebertest entwickelt hat. Durch diesen Fragebogen können Interessierte ihr eigenes Risiko ermitteln und das Ergebnis gegebenenfalls vom Arzt abklären lassen.

Meist ist die Diagnose einer Fettleber ein Zufallsbefund beim Ultraschall.

Wie wird eine Fettleber behandelt?

Einer Fettleber kann vor allem durch Abnehmen, mehr Bewegung und gesunde, kalorienreduzierte Ernährung entgegengewirkt werden. „Meist sieht man nach sechs Monaten schon Ergebnisse“, sagt Rainer Günther. Medikamente gibt es zurzeit nicht. Komplikationen wie Krampfadern in der Speiseröhre können medikamentös behandelt oder verödet werden. Mitunter wird auch ein Stent, eine Art Röhre, in die Leber eingesetzt. „Ist die Leber etwa durch eine Zirrhose oder Krebs stark geschädigt, kommt nur noch eine Transplantation infrage“, sagt Günther.

NWZonline.de/gesundheit
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