Dr. Ralf Weise (Bild) ist Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie im St. Marienhospital Friesoythe und des Adipositas-Zentrums Nord-West.

Wann ist eine OP zum Abbau von Übergewicht aus medizinischer Sicht sinnvoll?

WeiseNach den aktuellen Leitlinien und der derzeitigen Studienlage sollte ein so genannter metabolischer Eingriff bei Betroffenen mit einem BMI von über 35 in Erwägung gezogen werden, falls nichtoperative Behandlungen ausgeschöpft sind. Bei extremem Adipositas mit einem BMI von 50 und mehr sollte neben einer konservativen Behandlung immer auch ein chirurgischer Eingriff erfolgen.

Welche Rolle spielen Begleiterkrankungen?

WeiseDas Ziel einer nachhaltigen und effektiven Behandlung von Menschen mit krankhaftem Übergewicht ist eine möglichst rasche Therapie und die Vermeidung von Folgeerkrankungen. Zu diesen zählen neben einer frühzeitigen Arthrose der überlasteten Gelenke und der Wirbelsäule vor allem die erworbene Zuckerkrankheit, ein hoher Blutdruck, Fettstoffwechselstörungen sowie ein erhöhtes Herzinfarkt- und Krebsrisiko. Diese Komorbiditäten sind für eine deutlich reduzierte Lebenserwartung verantwortlich.

Gibt es Standard-Verfahren für die Operation?

WeiseEs gibt zur Zeit etwa fünf Standard-OP-Verfahren. Welcher Eingriff der Richtige ist, hängt von den Grunderkrankungen und den bereits erfolgten Operationen ab. Eine Rolle spielen auch die beruflichen Umstände sowie die privaten Neigungen und die Erwartungen des Patienten.